Die Demokratie verteidigen im digitalen Zeitalter!

Demokratie verteidigen im digitalen Zeitalter

560 internationale Schriftsteller aus 83 Ländern haben vor zwei Tagen in einem öffentlichen Aufruf den Missbrauch der technologischen Entwicklungen zum Zwecke der Überwachung kritisiert und eine verbindliche Internationale Konvention der digitalen Rechte gefordert.

Screenshot faz

Screenshot faz.net

In der Liste der Unterzeichner finden sich so prominente Namen wie  Umberto Eco, Tom Stoppard, Paul Auster, Jonathan Littell, J. M. Coetzee, Elfriede Jelinek, T. C. Boyle, Peter Sloterdijk. Sie fordern darin, jeder Bürger müsse das Recht haben, mitzuentscheiden, in welchem Ausmaß seine Daten gesammelt, gespeichert und ausgewertet werden und appellieren an die Vereinten Nationen, eine „Internationale Konvention der digitalen Rechte“ zu verabschieden.

Die Aktion hat sich viel von der üblichen Netznörgelei und auch Häme eingefangen (“Bringt doch nix”, “Ach, sind die jetzt auch aufgewacht?”, “Das ist inhaltlich doch alles Käse”,  “Das hätte juristisch präziser formuliert werden müssen”, “Was ist denn das für ein trauriges Niveau?” und so weiter und so fort). Es handelt sich dabei teilweise auch um das “klassische” Gemaule vieler selbsternannter Netzaktivisten. Sascha Lobo bringt seine Verärgerung über das hämische Gemotze in einem Kommentar auf Facebook gut auf den Punkt.

Ich persönlich bin jedenfalls der Überzeugung, dass der Aufruf  – bei sicher auch berechtigter Kritik an gewissen Inhalten – trotzdem eine gute und wichtige Aktion ist, um Öffentlichkeit für das Thema zu generieren. Vor allem auch bei den Menschen, die jetzt nicht ständig im Netz unterwegs sind. Und das ist im Moment viel wichtiger als kleingeistiges Gezänk! Immerhin hat sogar Sigmar Gabriel versucht, sich etwas heuchlerisch und auch reichlich erfolglos an den Aufruf mit anzuhängen – was aber immerhin bedeutet, dass er zur Kenntnis genommen hat, dass sich da etwas Öffentlichkeitswirksames tut. Das ist mehr als man von dem ganzen Getue auf Twitter und Co, sagen kann…. Wenn man die “breite Masse” erreichen will, macht man es am besten immer noch über die Totholz-Medien.

Diesen Aufruf kann man jetzt jedenfalls auch unterstützen, indem man ihn ebenfalls unterzeichnet. Über 100.000 haben es schon getan, aber da geht sicher noch mehr und ich bin der Meinung, dass sollte man auf jeden Fall tun! Auch wenn Aufrufe und Petitionen unterzeichnen vielleicht etwas abgenudelt erscheint, ist es besser als nix!

Bitte hier klicken: “Die Demokratie verteidigen im digitalen Zeitalter” und dann unterschreiben! Dauert nicht lang und tut nicht weh! Danke!

Anhänger der “Ist doch alles nicht so schlimm und ich habe doch nichts zu verbergen” Fraktion verweise ich hierauf. Bitte mal kurz drüber nachdenken.

Und zum Schluss: Wenn ich dann solche Artikel lese, muss ich doch spontan sofort daran denken: Spalter!

 

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