Just my 2 Cents…

Just my 2 Cents…

…über diesen „Schulz-Irgendwas“.

Mal ganz ehrlich. Hat eigentlich irgend jemand ernsthaft geglaubt, dass es ausreichen würde. ein „unverbrauchtes Gesicht“ aus der Europapolitik zu holen? Und diesen Typen dann ein bisschen was von wegen „Wir machen vielleicht ein bisschen mehr Gerechtigkeit“ blubbern lassen? Und dann würde sich schlagartig niemand mehr daran erinnern, dass die Sozialdemokratische Partei den größten Sozialabbau der letzten 50 Jahre zu verantworten hat?

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Just my 2 Cents about Böhmermann.

Just my 2 Cents

Gefühlt hat sich inzwischen so ziemlich jeder, der eine Tastatur vor sich liegen hat, über die Staatsaffäre Böhmermann ausgelassen. Und deswegen auch mein Senf dazu…

Vorab: Ich persönlich finde (inzwischen), Herr Böhmermann hat da wieder einen Mordscoup gelandet – mit einer Satiresendung eine internationale Staatsaffaire auslösen? Hohoho! Das muss ihm einer erst einmal nachmachen. Chapeau!

Es ist in der Diskussion hoffentlich jedem klar: Wäre unser Regierung nicht gerade wegen syrischer Flüchtlinge und so auf die Türkei angewiesen, hätten sie Herrn Erdogan längst durch den Pförtner der deutschen Botschaft ausrichten lassen, dass bei uns Meinungsfreiheit gilt und Satire alles dürfe und damit dann „Ende am Gelände“ bzw. Ende der Affaire.

Aber leider, die Türkei wird gerade gebraucht und damit sitzt unsere Bundeskanzlerin ziemlich doof in der „Erdogan-Falle“. Bin wirklich gespannt, wie sie sich da wieder rauswindet…

Aber die politische Ebene will ich hier nicht breit treten. Ich beobachte jedoch seit Tagen, wie Meinungsfreiheit und die Freiheit von Kunst und Satire von Leuten betont werden, bei denen ich mich sofort verwundert am Kopf kratze. Vor allem wenn der Chef der Springer Gruppe für Böhmermann Partei ergreift, stellen sich bei mir alle Härchen alarmiert auf!

Ich finde, inzwischen hat die Diskussion vor allem in den konservativen Medien einen Unterton bekommen, den ich bedenklich finde: „Lasst uns die ehrenvollen Werte des Abendlandes gegen die türkischen Barbarenhorden aus dem Morgenland verteidigen“. Klingt schon ein bisschen rassistisch oder? Aber wenn die Welt Herrn Böhmerman zum letzten Helden stilisiert, schrillen bei mir nun mal die Alarmglocken. Und sind auf den Pegida-Demos eigentlich schon „Wir sind Böhmermann“ Schilder aufgetaucht? Böhmermanns Schmähkritik als Bollwerk gegen den islamistischen Dschihad? Freunde, ich bitte Euch, ernsthaft? Echt jetzt?

Und Leute, was habt ihr Euch eigentlich gedacht? Dass ein Charakter wie Herr Erdogan einen auf stolze Eiche macht, die es nicht stört, wenn eine Sau sich an ihr schubbert? Ich glaube, Herr Böhmermann wäre dann sicher sehr enttäuscht gewesen…. Aber glücklicherweise haben alle Beteiligten genauso reagiert, wie er es in der umstrittenen Sendung vorhergesagt hat.

Ich bin ganz schön erstaunt, wie viel Seltsames ich gerade über Meinungsfreiheit und die Freiheit von Kunst und Satire lesen muss. Und dass diese Äußerungen meist von Menschen kommt, die Herrn Böhmermann in Grund und Boden geklagt hätten, wenn er nur eine Zeile aus der Schmähkritik auf sie gerichtet hätte, ist dann schon „strange“.

Ich bin mir übrigens auch nicht sicher, ob Jan Böhmemann mit diesem Bohei wirklich gerechnet hat. Heftige Reaktionen bestimmt, aber eine Staatskrise? Na ich weiß nicht so genau. Aber dass er aktuell so sehr abgetaucht ist, dass Kai Diekmann sich veranlasst fühlt, ein Interview mit ihm zu fälschen und viele qualitätsjournalistische Medien das Herrn Diekmann ungeprüft abkaufen und weiter verbreiten, ist schon fast wieder als genial zu bezeichnen. Selbst wenn es bestimmt nicht beabsichtigt war… ;o)

Ich bin gespannt, wohin sich das noch alles entwickelt – wir werden mit Herr Böhmermanns Schmähgedicht bestimmt noch viel Spaß haben…? Aber es wäre wirklich schön, wenn Politik, Medien und die Kämpfer für Kunst- und Meinungsfreiheit dem Ball ein bisschen flacher halten und die Diskussion etwas versachlichen würden. Aber ich befürchte, das bleibt mein frommer Wunsch….

Übrigens: Ich finde Herrn Böhmermanns Schmähgedicht echt geschmacklos. Und ich war mir anfänglich auch nicht 100%-ig sicher, ob das noch wirklich noch unter „Satire darf alles“ fällt. Aber inzwischen bin ich zu der Ansicht gekommen: Ja es fällt unter Satire. Und zwar aus genau den Gründen, die bei mir anfänglich nur bauchfühlig vorhanden waren, von Herrn Buggisch aber mit seinen Ausführungen zu Kotext und Kontext richtig schön mit Argumenten untermauert wurden (lesenswert!).

Und jetzt geh ich mir Popcorn kaufen….

 

Eine StUB und ein Bürgerbegehren…

pro-stub

In meiner kleinen Großstadt hat ein Projekt namens Stadt-Umland-Bahn (kurz: StUB) in den letzten Wochen viele Gemüter erhitzt. Gestern war dann Bürgerentscheid „DAFÜR oder DAGEGEN“ und obwohl man absurderweise mit NEIN stimmen musste, wenn man DAFÜR ist, haben 60%1 für die STUB gestimmt.

Ich hatte geplant, heute Abend meine 5-Cent zu diesem meiner Meinung nach sowohl inhaltlich als auch konzeptionell bescheuerten Bürgerbegehren der STUB-Gegner nieder zu schreiben.

Aber Christian Wolf hat das schon viel ausführlicher, analytischer und vor allem treffender getan, als ich das überhaupt geplant hatte. Deswegen lasse ich meine Analyse einfach sein und verweise mit einem klaren Lesebefehl auf seine klugen Ausführungen:

Die Gegner der StUB haben so ziemlich alles falsch gemacht und der StUB mit 60% Zustimmung eben die demokratische Legitimation verschafft, die sie ihr nie geben wollten. Und: Sie sind selbst Schuld daran.

Und da ich auch schwer PRO StUB war und bin und das Bürgerbegehren (und vor allem den Eiertanz der CSU) peinlich und unprofessionell gefunden habe, leiste ich mir heute ausnahmsweise etwas, was ich mir normalerweise äußert selten leiste:

Schadenfreude ;o)

 

 
  1. Bei einer Wahlbeteiligung von ca. 45% sind zwar nur 1/3 der Bürger meiner kleinen Großstadt konkret für das Projekt, aber Befürworter und Lokalpresse lassen das natürlich etwas unter den Tisch fallen ;o) []
 

Kritik an den Kritikern der „SPD-Austreter“

Kritik an den Kritikern der „SPD-Austreter“

Irgendwie häufen sich zur Zeit in meiner Filterbubble auf allen Kanälen kritische Äußerungen über SPD-Austritte. Der allgemeine Tenor dieser „Aufrufe“ ist dabei fast immer der Gleiche:

Aus der Partei austreten ist doof! Man muss Mitglied bleiben und dafür kämpfen, dass sich etwas ändert! Ein Parteiaustritt würde nur beweisen, dass man mittlerweile kein Interesse mehr hat, für seine Ideale einzustehen  (Nur eines von vielen Beispielen über die ich gerade stolpere)!

Liebe Freunde, kommt Euch in dem Kontext nicht vielleicht ein einziges Mal der Gedanke, dass sich die SPD in ihrem politischen Koordinatensystem inzwischen schon soweit verschoben hat, dass es Parteimitglieder gibt, die dieses politische Koordinatensystem einfach nicht teilen können (oder wollen).

Und deswegen nicht mehr Mitglied der SPD bleiben können (oder wollen). Wenn eine Partei aus Gründen des Machterhaltes über die Jahre sukzessive genau diese politischen Ideale und Grundsätze über den Jordan gehen lässt, wegen der man einmal in die Partei eingetreten ist – dann kommt irgendwann der Punkt an dem man nicht mehr Mitglied dieser Partei sein möchte oder kann. Und ganz ehrlich: DAS nenne ich eher „für seine Ideale einstehen“.

Ein kleines Beispiel zur Erläuterung: A long, long time ago war ich auch einmal Mitglied der SPD, genauer gesagt von 1986-19921. Und schon in diesen Jahren hatte ich zeitweise das Gefühl, so manche Kröte schlucken zu müssen. Aber getreu der Devise „Man muss auch in einer Partei für seine Ziele kämpfen“ bin ich brav Mitglied geblieben.

Aber dann kam das Jahr 1992. Und der sogenannte „Asylkompromiss“. Es war mir völlig unverständlich (und ist es bis heute), wie eine Partei mit dieser Vergangenheit und diesen historischen Erfahrungen – vor allem aus der Zeit des Nationalsozialismus – einem „Kompromiss“ zustimmen konnte, der das aus historischer Erfahrung (und Verpflichtung) geschaffene Asylrecht fast zur Unkenntlichkeit verstümmelte. Ich konnte es mit meinen persönlichen Idealen und meiner politischen Überzeugung einfach nicht vereinbaren, Mitglied einer Partei zu sein, die so etwas tut. Und deswegen bin ich ausgetreten. Alles andere wäre Heuchelei (oder Bequemlichkeit) gewesen!

Und ich kann mir vorstellen, dass es im Moment vielen SPD-Mitgliedern genau so geht.

Just my two cents.

 

 
  1. Ich war noch jung und brauchte das Geld und hatte noch sozialldemokratische Ideale. Die hatte man damals, wenn man in den 70ern in einem linksliberalen, bürgerlichen Haushalt aufwuchs []