Früher war hier echt mehr Musikbegeisterung…!
Es ist also nun wirklich einmal wieder an der Zeit einen patinierten Ohrenschmaus aus meiner persönlichen Musiksammlung heftig zu preisen und zu loben.
Auf dass das Jungvolk (aber natürlich nicht nur das) sich vielleicht mal die Mühe macht und sich diesen Klassiker zu Ohren nimmt und mit diesem schönen Album dann die Perfektion und Genialität des Künstlers erkennt.
Vorwort: Ich wollte diesen Musiktipp eigentlich im Jahr 2015 veröffentlichen, aber irgendwie kam was dazwischen (keine Ahnung was) und dann hab ich vergessen, den Beitrag zu schreiben. Über Umwege ist der Entwurf jetzt wieder aufgetaucht und somit auch der Entschluss ein geliebtes Meisterwerk des leider schon 2013 verstorbenen J. J. Cale hier doch noch zu würdigen.
Also dann, es geht jtzt um das Album des Künstler J.J. Cale, welches mir von ihm als erstes den Weg auf den Plattenteller fand: Shades.

Es ist mein Einstieg in das tolle Oevre dieses leider arg unterschätzten Künstlers. J.J. Cales Musik kann als gekonnte Mischung aus Rockabilly, Blues, Country und Jazz verstanden werden, die man auch als Tulsa-Sound bezeichnet. Der auch in Tulsa geborene Cale gilt als einer der Begründer dieses Sounds.
Cale scheute seine ganze Karriere über das Licht der Öffentlichkeit, musste aus diesem Grund aber auch immer wieder miterleben, wie andere Künstler mit Coverversionen seiner Songs große Hits landeten. Eric Clapton zum Beispiel war Fan und auch später Freund von Cale und coverte mehrere Songs von ihm. Clapton hatte 1970 beispielsweise mit seiner Version von Cales „After Midnight“ seinen ersten Solo-Hit und die Legende erzählt, dass Cale zu dem Zeitpunkt völlig pleite gewesen sei und ihm die Tantiemen aus der Patsche geholfen haben sollen. Darüber hinaus eröffnete ihm der Erfolg von Claptons Version die Möglichkeit sein erstes eigenes Album (Naturally) aufzunehmen. Clapton hatte mit Cales „Coctaine“ später noch einen weiteren Hit. Weitere berühmte Künstler die Cale Songs aufnahmen waren Bill Wymann, Yardbirds, Kansas, Lynard Skynyrd, Randy Crawford, Tom Petty und viele weitere…
Shades ist J.J. Cales sechstes Studio-Album und wurde 1980 mit einer für seine Verhältnisse beeindruckenden Anzahl an Session-Musikern aufgenommen. Es ist ein typisches Beispiel für Cales ruhigen und entspannten aber doch einprägsamen Stil. Es enthält mit dem Opener Carry On einen meiner Favoriten von Cale – einem optimistischen Aufruf auch bei großen Widerständen immer beharrlich zu bleiben. Und auf Shades findet sich außerdem (Opener der B-Seite der Vinyl-LP) das geniale Mama don’t. Ein fröhlicher Song, der nur aus einer Aufzählung besteht, was Mama im Haus nicht mag, und dass das ihn und alle anderen aber überhaupt nicht interessiert. Da es sich dabei um die Musiker der Band bzw. ihre Instrumente handelt, nutzte Cale dieses Song dann oft als Opener bei Konzerten, in dem die Musiker nacheinander auf der Bühne auftauchen und einsteigen. Genaueres dazu in diesem Youtube-Video: Mama don’t (Live).
Alles in allem ist Shades ein schönes entspanntes Werk, das seinen Reiz zu jeder Tages-und Nachtzeit entfaltet und ein gutes Beispiel für Cales Laid-Back-Stil ist, bei dem seine wohldosierten Gitarren-Soli immer etwas hinter dem Beat des Songs hinterher hinken. Cale soll dazu von der Jazz Sängerin Billie Holliday inspiriert worden sein. Ich kann das Album vor allem als Einstieg in die Musik dieses unterschätzten Ausnahme-Musikers empfehlen.
Credits „Shades“ von J.J. Cale
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen!
Erscheinungsdatum: 1980
Produziert von J.J. Cale, Audie Ashworth
Alle Songs von J.J. Cale
Musiker: J.J. Cale (guitar, vocals, piano)
Bill Boatman, Reggie Young, James Burton, Gordon Shryock, Johnny Christopher, Tommy Tedesco (guitar)
Tommy Cogbill (guitar, bass)
Christine Lakeland (guitar, organ, Moog, keyboards, percussion, vocals)
Dennis Solee (saxophone)
Bobby Emmons (organ, piano)
David Briggs
Glen D. Hardin, Larry Bell, Bill Payne, Leon Russell (piano)
Nick Rather, Emory Gordy, Michael Rhodes, Carol Kaye (bass)
Russ Kunkel, Hal Blaine, Jimmy Karstein, Karl Himmel, Kenneth Buttrey, Jim Keltner, Hayward Bishop, Gary Allen (drums).
