Wochenstart mal wieder ohne Jazz

Falls Sie die letzte Woche nicht irgendwo im Wald unter einem Stein verbracht haben, dann sollten Sie es eigentlich mitbekommen haben: Der von mir geliebte, verehrte, vergötterte und sehr geschätzte Musiker Bob Dylan wurde mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

Foto Bücher über Bob Dylan (Scrapbook and Lyriks)

Diese Auszeichnung hat in der Kunst-, Literatur- und Medienwelt die Reaktionen ausgelöst, die zu erwarten waren: Während die eine Hälfte mit einem begeisterten „Na endlich, wurde aber auch wirklich Zeit“ reagierte, wurde auf der anderen Seite leise Kritik geäußert, wie zum Beispiel vom britischen Schriftsteller Irvine Welsh: „...ein schlecht durchdachter Nostalgie-Preis, herausgerissen aus den ranzigen Prostatas seniler, sabbernder Hippies.“ Fand ich jetzt ein bisserl daneben, vor allem weil Herr Welsh mit seinen 59 Jahren wahrscheinlich auch schon so langsam mit den ersten Prostata-Problemen zu kämpfen hat. Und auf den Kommentar von Mircea Cartarescu –  „Es tut mir so leid um die wahren Schriftsteller, Adonis, Ngugi, DeLillo und weitere 2-3, die den Preis beinahe in der Tasche hatten.“  – habe ich innerlich ein bisschen so reagiert, wie es auch die Süddeutsche Zeitung tat: Endlich mal „Ein Nobelpreisträger, den man nicht erst verschämt googeln muss“ ;o)

Na gut ist mir auch egal. In einer Zeit in der Barack Obama für nix und die EU fürs „Flüchtlinge ertrinken lassen“ den Friedensnobelpreis bekommen, ist ein Literaturnobelpreis für Bob Dylan keine so schlechte Entscheidung. Finde ich. Was jetzt aber auch nicht weiter verwunderlich ist, weil im Barschenweg im allgemeinen vom „Meister“ die Rede ist, wenn das Frauchen oder ich von oder über Herrn Zimmerman reden.

Auf jeden Fall freue ich mich für Bob Dylan. Und ich bin auch der Meinung, dass hier ein durchaus würdiges literarisches Lebenswerk ausgezeichnet wird, auch wenn es größtenteils gesungen wurde….

Nur für den Buchhandel ist das dann wohl mit dem diesjährigen Literaturnobelpreis eher nicht so gut gelaufen. Wobei: Thalia stellt bestimmt zwischen die Tische mit DVDs, „lustigen“ Kaffeebechern, Chai-Tee-Dosen und unmotivierten Bücherbergen mit Werken aus der Spiegel-Bestsellerliste einfach noch einen weiteren Tisch mit Greatest-Hits CDs vom Meister.

Auf jeden Fall gibt es  jetzt aus wohl verständlichem Grunde diese Woche keinen Jazz zum Wochenstart, sondern drei meiner vielen Favoriten aus dem Oeuvre von Herrn Dylan. In chronologischer Reihenfolge….

 

 

Und dann hätte ich noch eine kleine Zugabe: „Knocking on Heavens Door“, das ja eigentlich Bestandteil einer Filmmusik zu einem Western ist. Einem Western, der wahrscheinlich großartig geworden wäre, wenn MGM das Genie Sam Peckinpah einfach hätte machen lassen…

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