Wochenstart mit Jazz (Heute sogar mit Konzertkritik.)

Jazz am See

Ich hatte gestern Abend das Vergnügen als Zuhörer und Zuschauer an der „Wiederholung“ des Jazz am See in Erlangen, genauer am Dechsendorfer Weiher, teilzunehmen. Torsten Goods, Nils „Mr. Red Horn“ Landgren und Till Brönner starteten zu einem zweiten Versuch, nachdem beim ersten Versuch im letzten Jahr das Wetter einfach mal so die Veranstaltung kurz vor Einlass absagte.

Es war ein schöner Abend, auch wenn das Wetter nach der Pause wieder nicht so richtig mitspielte und den zweiten Teil verregnete. Aber da hatten sich die Herren nach einem etwas zähen ersten Teil dann doch so in Spielfreude gejazzt, dass es nicht weiter störte.

Torsten Goods machte den Auftakt und gab sich als Erlanger Jazzexport von Anfang an große Mühe, seiner Rolle als „Gastgeber“ gerecht zu werden. Was wohl am Anfang ein bisschen zu Nervosität führte1, sich dann aber schnell legte. Als Nils Landgren auf die Bühne kam, hatte ich kurzzeitig ein bisschen das Gefühl, dass er bei uns nur mal eben einen Pflichttermin absolvierte, aber das gab sich dann glücklicherweise sehr schnell im Laufe seines Auftrittes.

Wirklich überrascht hat mich dann aber Till Brönner. Ich habe es eigentlich nicht so sehr mit Herrn Brönner, weil er mir zu sehr im Mainstream angesiedelt ist und mir persönlich zu sehr in Richtung Pop und Hitparadentauglichkeit schielt. Das war zumindest bis gestern Abend meine Meinung, aber ich denke, die muss ich noch einmal überdenken. Spätestens als er einen Song seines Vorbildes Freddie Hubbard2 interpretierte, bewies er eindrucksvoll, dass er nicht umsonst zu Europas besten Jazztrompetern zählt3. Ich werde mir das aktuelle Album von Herrn Brönner, das sich laut Kritiken wohl auch an seinem Idol orientiert, mal etwas intensiv zu Gemüte führen müssen. Im Laufe dieser Interpretation durfte dann auch der Schlagzeuger mal so richtig loslegen und das war dann echt ein Hammer!

Überhaupt müssen die Männer im Hintergrund an dieser Stelle sehr lobend erwähnt werden. Mit Jan Miserre an Piano und Keyboards, Christian von Kaphengst am Bass und vor allem David Haynes am Schlagzeug hatten die Stars eine Combo im Rücken, die in manchen Momenten den Eindruck vermittelte, sie wäre der eigentliche Star auf der Bühne.

Mein Fazit
Alles in allem ein gelungener Abend, der allerdings wirklich ein bisschen länger hätte sein können! Die Herren kamen inkl. (nur!) einer Zugabe gerade mal auf ca. etwas über eineinhalb Stunden Spielzeit. Die Pause war entschieden zu lang, aber die VIPS in den Sponsorenzelten wollten wohl ausgiebig bewirtet werden und die Gastronomen für’s Fußvolk wohl auch noch den einen oder anderen Euro machen….

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Apropos Zugabe – Butterscotch als Sahnehäubchen!
Zum Absolvieren des einzigen „Da Capo“ riefen die Herrn weibliche Verstärkung auf die Bühne. Die amerikanische Sängerin Butterscotch war wohl gerade auf Durchreise und hatte sich laut Herrn Goods zu einem kurzen Abstecher an den Dechsendorfer Weiher überreden lassen. Ich kannte die Dame, die anscheinend vor allem durch ihr Beatboxing bekannt ist, bis gestern Abend nicht. Was das „weibliche Süßwerk“ dann aber an Sound ablieferte, erwies sich wahrlich als beeindruckend und begeisternd! Ein abschließendes Sahnehäubchen auf einem schönen Abend. Mit Jazz am See hat der Erlanger Verein „Klassikkultur“ zusätzlich zu „Klassik am See“ ein Format in die Welt gesetzt, das auf viele Wiederholungen in den nächsten Jahren hoffen lässt. Und dann vielleicht auch ein bisschen länger dauert….

Langer Vorrede – kurzer Sinn: Wegen diesem Anlass muss ich die nächsten drei Wochen nicht groß nach Musikern/Stücken für den Wochenstart mit Jazz suchen, sondern serviere euch einfach das Line-Up des Abends in drei Häppchen. Und den Anfang machen wir mit „unserem Erlanger“ Torsten Goods!

 

 

 
  1. Er hat sich mindestens zweimal verspielt!!einself!! []
  2. Den Titel habe ich mir leider nicht gemerkt und auf meinen Hubbard-Scheiben auch nicht gefunden – obwohl ich der Meinung war ihn auf Silberling zu besitzen []
  3. Auch wenn es noch nicht reichte, um bei mir Nils Wülker vom „Trompeterthron“ zu stoßen. []
 

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