Wie die Woche so war: 03/2017

KW 3 war schon eine besondere Woche. Der komische Mensch mit dieser Frisur, die wirkt, als wäre ein blondierter Waschbär auf seinem Kopf gestorben, ist jetzt also ordnungsgemäß vereidigter Präsident der Vereinigten Staaten. Ich weiß immer noch nicht genau, wie ich das bewerten soll. Würde ich die deutsche Medienlandschaft und die Stimmung in meiner persönlichen Filterbubble als Maßstab einer Bewertung nehmen, dann lässt sich dieses Ereignis ziemlich kurz zusammenfassen: „WIR WERDEN ALLE STERBEN!!11einself1!!“

Allerdings habe ich auch schon die Wahl eines mittelmäßigen Schauspielers und abgehalfterten Provinzpolitikers am Rande des Greisenalters zum mächtigsten Mann der USA erleben müssen. Und ich kann mich erinnern, dass die Stimmung damals ähnlich war – vor allem weil sich damals noch ein paar Jahre lang zwei bis an die Zähne bewaffnete Atommächte äußerst unversöhnlich gegenüber standen. Oder dieser „wiedergeborene Christ“, der ähnlich wie der aktuelle Twitter-Hooligan mit weniger Wählerstimmen als sein Gegenkandidat zum Präsidenten gewählt wurde und letztendlich so ziemlich für fast jedes zweite außenpolitische Problem verantwortlich ist, mit dem die Welt sich momentan herum schlagen muss.

Immer wieder hallte dann dieses unheilschwangere „Das ist das Ende…!“ durch Medien und Öffentlichkeit. Und bisher sind alle diese Merkwürdigkeiten immer wieder an uns vorüber gegangen – wobei ich mich nicht erdreiste zu behauten, sie wären ohne längerfristige Folgen geblieben. Es gibt sicher Regionen unseres schönen Weltenrunds, die das Wirken dieser US-Präsidenten erheblich unentspannter sehen.

Ich habe aber trotzdem die leise Hoffnung, dass der 45. POTUS [1] eine kleine Randnotiz der Geschichte bleiben wird. Einer dieser (nur eine Amtszeit) Präsidenten, an die sich in 100 Jahren nur noch Historiker der Vollständigkeit halber erinnern. Wobei dieser Präsident ja zumindest schon eine wesentliche Auswirkung auf die Geschichte hat: Er hat Form und Inhalt des politischen Wahlkampfes und Diskurses so maßgeblich verändert, dass ich mir sicher bin, dass das tief gehende Auswirkungen auf die meisten Demokratien dieser Welt haben wird.  Zumindest dieser „Verdienst“ ist Donald Trump sicher. Leider. Ansonsten wünsche ich mir sehr, dass seine Präsidentschaft eine unbedeutende werden wird.

Falls die Amtszeit des 45. POTUS keine unbedeutende wird, befürchte ich, kommt uns die Präsidentschaft von George W. Bush wie acht Jahre der Stabilität, des Friedens, der wirtschaftlichen Prosperität und einer aufklärerischen Vernunft vor.

Aber ich bin ja Optimist. Noch.


Kulinarik der Woche: Bei Frau Gröner auf ein Rezept gestoßen, das ich schneller in die Lesezeichen gepackt habe als man „OMG!“ ausrufen kann! Und welches ich mit Sicherheit ausprobieren werde: Bananenkaramellkekse! OMG!


Ohrenfutter der Woche: Ich bin wieder auf einen neuen Podcast gestoßen, den ich mit Freude empfehle: Die Bierprobierer.

Zwei Franken (also Landsleute) testen sich durch die Welt der Biere. Alles subjektiv und eine Frage des Geschmacks. Und mit Humor. Und da die Herren Teubner und Wichner in bereits 120 Podcast-Folgen Biere getestet haben, habe ich da jetzt einiges zum Anhören. Angesichts der Tatsache, dass die Biergourmets bereits seit 2013 an Bieren schnuppern und nippen um dann drüber zu reden, stellt sich mir die Frage: Warum bin ich nicht früher auf Die Bierprobierer gestoßen?

Prädikat: Hörenswert! 


Prominenz der Woche: Janis Joplin hätte letzte Woche Geburtstag gehabt. Sie wäre am 19. Januar 74 Jahre alt geworden. Und ich bin mir sicher, Sie würde auch immer noch auftreten. Und deswegen hier noch eine Konzertaufzeichnung, die aufgenommen würde, als Frau Joplin noch hungrig war und mit Big Brother and the Holding Company in ihrer wohl besten und kreativsten Phase:


Und dann noch ein Lesebefehl: Herr Niggemeier erläutert eindringlich warum Fake-News nun wirklich kein allzu neues Problem sind. Aber wer das Bildblog liest, weiß das sowieso.


Wie meine Woche so war? Ich hatte gut zu tun. Im Büro und Privat! Gut was zu arbeiten! Ein bisschen rumfahren. Ein bisschen Formularkram (eine Agentur will aufgelöst und eine GmbH liquidiert werden). Ein bisschen Heimwerken. Zu ein bisschen Sport in der Mukkibude bin ich zum Glück auch noch gekommen.


Und weil es mir an dieser Stelle einfällt, noch eine Empfehlung für Serienjunkies. Das Frauchen und ich glotzen uns gerade durch Call The Midwife. Eine Serie der BBC, in der es um Hebammen im verarmten Viertel East End im London der späten 50er Jahre geht. Call the Midwife ist die erfolgreichste Fernsehserie des ersten BBC-Fernsehprogramms seit 2001 und hat laut Wikipedia schon mehrere internationale Preise gewonnen. Und das wundert mich nicht. Die Serie ist, was Drehbücher, Schauspieler sowie Ausstattung und Detailgenauigkeit angeht, einfach klasse! Liebe ARD und ZDF – das kommt dabei heraus, wenn man sich wirklich Mühe gibt und nicht auf die Quote schielt. Aber ich befürchte um diese Erkenntnis werdet ihr weiterhin einen großen Bogen machen.

Alleine die Geburten sind jedes Mal so realistisch, dass sogar das Frauchen als Krankenschwester immer ein bisschen die Augen zukneift und sich fragt, wie die Serienmacher die Geburten und die frisch geschlüpften Babies so realistisch hinbekommen.

Sensible Naturen (wie wir) benötigen beim Anschauen einen Tempovorrat in greifbarer Nähe. Jede einzelne Folge hat definitiv Taschentuchpotential! Unser Taschentuchvorrat hat inzwischen gut abgenommen und wir sind gerade in der Mitte der dritten Staffel (von bis jetzt 5 Staffeln).


Im Zweitblog ein bisschen was über meine Laufplanung für 2017 geschrieben.


Und das soll es jetzt gewesen sein. Ich wünsche eine schöne vierte Kalenderwoche!

 

  1. [1]President Of The United States. Der offizielle Twitter Account des Präsidenten: @Potus.

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