Gemütlicher Jahreswechsel und Einstieg in das hoffnungsvoll überfrachtete 2021 mit ersten politischen Aufregern…

04.01. bis 10.01.2021

Das Jahr ist letztendlich für uns, also die Gemahlin und mich, sehr friedlich zu Ende gegangen. Ich muss sagen, ich habe es direkt mal genossen, ein Weihnachtsfest ohne großes Familienbohei und ein ruhiges Silvester in trauter Zweisamkeit zu verbringen. Sicher, meine Mutter war an Heiligabend und am zweiten Feiertag und mein Schwiegervater am ersten Feiertag abends bei uns zum Essen. Aber alles im dezenten Rahmen und um 21:00 Uhr waren alle wieder brav zu Hause.

Wohnzimmer mit Marina und Weihanchtsbaum

Nicht so schön war, dass wir meine nierenkranke Schwiegermutter am 23.12. wegen sehr schlechter Blutwerte abends ins Krankenhaus bringen mussten. Da auch in Krankenhäusern über die Feiertage nur das Notwendigste passiert, verbrachte sie nicht nur die Feiertage, sondern auch den Jahreswechsel dort. Man kann sich die “prächtige” Stimmung meines Schwiegervaters vorstellen…. Dank Pandemie und den Idioten da draußen, die das alles immer noch nicht ernst genug nehmen, darf man sie auch nicht besuchen. Vielen Dank soweit!

Da wir Silvester die letzten Jahre immer mit einer kleinen netten Gruppe (die sogenannte “wandernde Kochgruppe” oder auch “kochende Wandergruppe”) in Nürnberg verbracht haben und ich fast immer den Fahrdienst übenommen habe, hatte ich selten mal Gelegenheit am Jahreswechsel mehr geistige Getränke zu konsumieren als das obigatorische Gläschen Sekt zum “Stößchen” an Mitternacht. Das war dieses Jahr etwas anders und so habe ich dank Pandemie und Shutdown mal die Gelegenheit genutzt, mir zum Jahreswechsel eine Flasche Grenache de Nöel des örtlichen Weingroßhändlers einzuverleiben. Prost! (Hicks!)

Wein- und Sektglas vor Weihnachtsbaum

Außerdem hatte ich auf Facebook gelesen, dass Jean Michel Jarre zum Jahreswechsel ein virtuelles Konzert in einem virtuellen Notre Dame gibt. Ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Stadt Paris und der Unesco als Schutzherrin. Wir sind mit den Klängen und der Lasershow des französischen Großmeisters der elektronsichen Klänge ins neue Jahr gerutscht. War sehr fein. Wer es sich anschauen will: WELCOME TO THE OTHER SIDE

Notre Dame virtuell

Da ich dieses Jahr gefühlt hauptsächlich damit beschäftigt war, mich über Querdenker Leerdenker, Maskenverweigerer und Impfgegener aufzuregen, sowie mit Kopfschütteln über einen amerikanischen Wahlkampf zu wundern, hatte ich mich dazu entschlossen, mich während der Weihnachtsferien von sozialen Netzwerken fernzuhalten. Was soll ich sagen, es ist mir gelungen und hat mir sehr entspannte Weihnachtsferien verschafft. Das Konzept werde ich im Auge behalten…. Am 4.1.. habe ich dann das erste Mal wieder Twitter geöffnet und lesen müssen, dass in meiner Arbeitsstadt (Nürnberg) am 3.1. Leerdenker eine ihrer übeflüssigen Versammlungen abhielten. Dabei wurden anscheinend alle Sicherheitsauflagen (Abstand, Maskenpflicht) fröhlich ignoriert und die Nürnberger Polizei hate sich dann wohl dazu entschloss, dies ebenfalls zu ignorieren. Also die Verletzung der Auflagen. Welch’ Überraschung. Vielen Dank! Twitter wieder zu!

Immerhin haben uns anschließend die Anhänger des “King of Morons” mit ihrem Sturm auf das Kapitol ein paar hübsche Fotos beschert. Darüber erregen, was in den USA in den letzten fünf Jahren abgeht, kann ich mich inzwischen nicht mehr. Ich kann das nur noch ignorieren oder belustigt zur Kenntnis nehmen.

Die Gemahlin und ich hatten außerdem die grandiose Idee an Silvester eine kleine Wanderung auf die höchste Erhebung im Umland auf’s sogenannte “Walberla” zu machen. Dass in einem Shutdown sehr viel andere Menschen dieselbe Idee haben könnten, ist uns irgendwie nicht gekommen… ;-) Zum Glück ist die (offiziell so genannte) Ehrenbürg ein Doppelgipfel mit viel Platz, so dass man sich ganz gut aus dem Weg gehen konte.

Die Ehrenburg aus der Ferne
Walpurgiskapelle
Auf dem Walberla

Und dann haben wir noch eine zweite Urlaubswanderung im Umfeld unserer Wohnung gemacht. Wir stellten 2020 vermehrt fest, dass sich im Umland unseres Wohnortes auch ganz nett wandern lässt und man nicht immer gleich ins Auto steigen muss. Wir beschlossen diese privilegierte Situation 2021 besser zu würdigen als bisher.

Wir trafen dann sogar das schwarze Schaf einen schwarzen Schwan.

Schwarzer Schwan

Wir hatten Glühwein und Weihnachtsgebäck als Wegzehrung mit.
(Notiz an mich selbst: Glühwein immer erst im letzten Drittel der Wanderung.)

Glühwein und Kekse
Jens

Und die Gemahlin schlürft direkt aus der Flasche und vor Freude beschlägt ihr die Brille. ;-)

Marina

Wöchentliches Ohrenfutter

Besondere Podcast-F olgen, die ich diese Woche gehört habe und dem geneigten Leser ebenfalls zum Hörgenuss ans Herz lege:

Wie ich es wohl ab jetzt jedes Wochenende tun werde, empfehle ich die aktuelle Folge des Podcastes »Die Wochendämerung« mit Katrin Rönicke und Holger Klein. Sie ist sehr gut. Und warum ich die Wochendämmerung empfehle, erkläre ich hier.

Der von mir schon sehr lange hochgeschätzte Comiczeichner Felix Görmann, dem Fan gezeichneter, humoriger Kunst eher als Flix bekannt, macht mit seinem Atelier-Kollegen Marvin Clifford seit Anfang Corona das was gefühlt bald jeder macht – einen Podacst. Dieser Podcast nennt sich »artaberherzlich« und die beiden reden darin über Comics, das Zeichnen und guten Kaffee. Ich versuche mich gerade auf den aktuelle Stand zu hören, bin aber erst im Juli. Ich möchte dem geneigten Leser an dieser Stelle aber auch die erste Juli-Folge »In Comic getaucht« besonders ans Herz legen, weil hier meine Heimatstadt sehr gut wegkommt, genauer gesagt so gelobhudelt wird, dass ich heute beim Laufen (ich höre zur Zeit wieder ab und an Podcasts beim Laufen) direkt rot angelaufen bin.

Die letzten Tage gelesen

2020 war wärmstes Jahr in Europa.

Endlich geklärt: Was „Cancel Culture“ wirklich bedeutet! Die Debatte um den Begriff „Cancel Culture“ und den von ihm behaupteten Trend ist wüst und unübersichtlich. Umso erfreulicher ist es, dass gleich fünf „Welt am Sonntag“-Autorinnen und -Autoren in der letzten Ausgabe des vergangenen Jahres auf fast einer ganzen Seite noch neun ganz konkrete Beispiele lieferten. Es ist eine, ganz ohne Ironie, außerordentlich instruktive Übersicht, und man möchte nach dem Lesen sofort einen Preis ins Leben rufen: für den journalistischen Artikel, dem es am überzeugendsten gelingt, das Gegenteil von dem zu beweisen, was er behauptet.

Social Media, Messenger und Streaming – Nutzerzahlen in Deutschland 2021. Christian Buggisch fasst wie am jedem Jahresende die Social Media-Nutzerzahlen in Deutschland zusammen.

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