Jahresendzeitfragebogen

In der Blogosphäre ist es am Ende des Jahres immer noch bei vielen üblich, dasselbige Revue passieren zu lassen und Bilanz zu ziehen. Oft geschieht dies, indem eine Art Fragebogen beantwortet wird. Ich habe das hier auch schon ab und an gemacht.

Auch dieses Jahr habe ich mir einen ganz bestimmtem Fragebogen ins Blog eingeladen, welcher gefühlt schon seit Äonen durch die Blogosphäre geistert und den viele Blogger*Innen schon seit Jahren immer wieder beantworten. Wer Urheber*in ist, weiß ich gerade nicht, aber ich bedanke mich an dieser Stelle unbekannterweise…

Zugenommen oder abgenommen?

Unverändert. Ich bin viel gelaufen, habe aber immer wieder auch zu viel gefuttert. Pandemiefrustfuttern halt.

Haare kürzer oder länger?

Länger. Ich habe den Lockdown-Look Anfang des Jahres übernommen und lasse ihn nur ab und an etwas aufräumen und in Form bringen. Und ich habe endlich eine Friseurin gefunden, die das gut hinbekommt.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Keine Ahnung. Muss ich (endlich) mal die Optiker*in fragen.

Mehr (für Bücher) ausgegeben oder weniger?

Für Bücher mehr. Wir haben Pandemie mit Shutdowns und so Gedöns. Also auch mehr Zeit zum Lesen. Ansonsten eher weniger, aber schon wieder mehr als im ersten Pandemiejahr. Aber hauptsächlich notwendiger Sportkram.

Die gefährlichste Unternehmung? 

Als Gast auf eine Geburtstagsfeier zu gehen, obwohl ich geahnt habe, dass der Gastgeber und einige Gäste wohl ungeimpft sein werden. Würde ich inzwischen nicht mehr machen.

Der beste Sex?

Ich bin nur der Gemahlin in Liebe zugetan…

Die teuerste Anschaffung?

Laufuhr. Das war es aber schon an teueren Anschaffungen…

Das leckerste Essen? 

Wir waren kaum Essen in diesem Jahr. Aber ich wir haben eine relativ neue Heimbringküche mit wohlschmeckender asiatischer Küche in Town. Von denen hat alles immer sehr lecker gemundet. Und die haben außerdem ein interessantes und bis jetzt gut funktionierendes Ökokonzept.

Das beeindruckendste Buch?

Der lange Atem der Bäume von Ralf Wohlleben.
Das ist der Ex-Förster, der uns geduldig erklärt, wie Wälder ticken und warum wir sie einfach in Ruhe lasse sollten. Sein “Erstling” steht auch schon auf der Wunschliste.

Beate und Serge Klarsfeld: Die Nazijäger
Graphic Novel von Pascal Bresson und Sylvain Dorange.
Beate Klarsfeld ist als die Frau bekannt geworden, die 1968 Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger wegen seiner Nazivergangenheit auf einem CDU-Parteitag öffentlich geohrfeigt hat. In dieser “Biographie in Bildern” bleibt das aber fast nur Nebensache. Hautsächlich dreht sich “Die Nazijäger” um den Kampf von Beate und Serge um Gerechtigkeit und die lebenslange Jagd nach Nazi-Kriegsverbrechern sowie ihren größten Erfolg, der Prozess gegen Klaus Barbie, den “Schlächter von Lyon”. 

Der ergreifendste Film?

Kein Kino dieses Jahr. Aber seit dem Sommer habe ich das Kauffernsehen vom Apfel-Konzern abonniert. Und das hat mich mit der schönsten Serie seit Friends, Gilmore Girls und Big Bang Theory versorgt. Ted Lasso! Das beste Serienfutter seit bald 20 Jahren! Eine tolle Story, geniale Dialoge, fantastische Darsteller und immer wenn du glaubst, du weißt worauf alles hinausläuft… Zack! Unvorhergesehene Wendung! Ich bin begeistert!

Bestes Vinyl/beste CD?

Keine neuen Tonträger dieses Jahr gekauft. Kauflust wartete auf Pandemieende und dass ich beim Tonträger-Dealer meines Vertrauens endlich wieder Probe hören (und dabei Espresso schlürfen) darf. In Spotify hat mich allerdings “Reprise” von Moby sehr angenehm überrascht. Und ich habe (weil 50 Jahre Jubiläum) “Aqualung” von Jethro Tull wiederentdeckt und seit dem Sommer in Heavy Rotation.

Das schönste Lied?

Dieses Jahr keins. Allerdings ist “Stairway to Heaven” von der großartigsten Band der Rockgeschichte der großartigste Song der Welt und kann hier immer lobend erwähnt werden.

Das schönste Konzert? 

Immer noch Pandemie! Kein Konzert in diesem Jahr. :-( Allerdings durfte ich Jochen Malmsheimer im Herbst erleben. Damals dachten wir all noch 2G wäre ausreichend für sowas…. Aber trotzdem, Herr Malmsheimer ist einfach ein Meister wohlformulierter gedrechselter Sätze und des durchdachten Wortwitzes und sein Auftritt geriet wahrlich zum Hochgenuss!

Die meiste Zeit verbracht mit…?

Der Gemahlin. Und appleTV und Netflix. Und mit Laufen.

Die schönste Zeit verbracht mit…?

Der Gemahlin und guten Freunden im Sommerurlaub in der Alpenwelt Karwendel.

Vorherrschendes Gefühl 2021?

NOCH MEHR PANIK!

2021 zum ersten Mal getan?

Nix.

2021 nach langer Zeit wieder getan?

Zähneknirschend eine Partei gewählt nur weil sie das kleinste Übel ist…

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? 

Das Virus. Den jämmerlichen Bundestags-Wahlkrampf. Esoterische Leerhirne, die mit Nazis spazieren gehen.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Immer noch: Lass dich impfen!

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

¯\_(ツ)_/¯
Was ist denn das für eine Frage? Das könnten doch nur Beschenkte beantworten.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Die Konzertkarten für Igor Levit (von meiner Mutter), die vielleicht im kommenden März bzw. irgendwann im Laufe des kommenden Jahres dann zu einem hoffentlich außerordentlichen Konzertbesuch führen werden.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

Immer noch: Ich liebe dich.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Immer noch: Ich liebe dich.

2021 war mit 1 Wort…?

Nervend!


Und sonst so?

War das erste Corona Jahr noch von immer wieder aufkeimenden Optimismus geprägt, fiel mir Optimismus in diesem Jahr doch schwer. Für mich ist das vergangene Jahr gekennzeichnet von einem ständigen Versagen sämtlicher Regierungen und Parteien (vulgo “Die Politik”) in diesem Land. Dass ich mich in diesem unserem Lande auch noch mit 10% Nazis und ca. 10% wohlstandsverwahrlosten Volldeppen abfinden muss, hebt meine Laune auch nicht sonderlich.

Wenn ich dann angesichts der Erfahrungen des letzten Jahres an die Bewältigung der Klimakrise denke, wird mir richtig schlecht! Da sehe ich langsam schwarz, dass das noch was wird…. Sorry liebe Jugend, aber wir haben’s wohl verkackt und hinterlassen euch die Suppe zum Auslöffeln. Und ein großer Teil von uns hat wohl nicht mal ein schlechtes Gewissen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.