Es gibt Songs, die sind untrennbar mit bestimmten Interpreten verbunden. Manchmal sind diese „Hits“ aber nur Coverversionen, bei denen die Originalversion in Vergessenheit geraten ist. Dass das bei Hey Joe von Hendrix so ist, war mir allerdings neu.
Hier die erste dokumentierte Aufnahme von Hey Joe von einer kalifornischen Band namens The Leaves
Zum Vergleich die Version vom Gitarrenmeister
Wer sich noch 19 weitere bekannte „Hits“ anhören will, die eigentlich „nur“ Cover von unbekannteren Originalen sind, kann das bei mental_floss tun.
Meine absolut subjektive Liste mit Texten und Dingen, die ich in den letzten Tagen im Netz gefunden, für lesenswert und somit auch für empfehlenswert halte (hat sich einiges angesammelt):
Rosenkohl hat auch Gefühle — Plädoyer für ein unterschätztes Gemüse (das ich selber aber auch nicht immer mag). Mit Rezepttipp! ((Koch ich demnächst nach und schreib hier vielleicht auch eine Kritik dazu))
Cleveres Verpackungsdesign für französische Bäckerei — Diese Franzosen wieder! Sie backen nicht nur das beste Brot, jetzt verpacken Sie es auch noch hübsch und intelligent. (Habe ich eigentlich schon einmal erwähnt, dass ich ziemlich frankophil bin?)
Medienkritik: „Duell: Mercedes gegen BMW“ im ZDF – „Denn in dieser Form benötigt kein Mensch die öffentlich-rechtlichen Sender. Das ist nicht das Fernsehen, das ich für meine TV-Gebühren erwarte. Wenn ich das sehen wollte, würde ich RTL oder Pro7 einschalten.“ Meine Rede, so langsam sollten die Öffentlich-Rechtlichen sich wirklich mal wieder anstrengen und auf Qualität statt auf Quote setzten. Sonst fällt mir bald kein Argument mehr ein, um die Fernsehgebühr zu verteidigen…
Gravity – Film mit Gewicht– Eine brutal wissenschaftliche Filmkritik des neuen Weltraumspektakels mit Sandra Bullock, die trotzdem zu einem sehr versöhnlichen Ende findet.
Tüten mitbringen verboten– Die sind uns um einiges voraus da in Ruanda. Zumindest was Umweltschutz angeht. Aber die müssen ja auch nicht 28 Mitgliedsstaaten unter einen Hut bringen.
Alice Schwarzer hat in meinem Schlafzimmer nichts verloren– Der Don wieder! Wenn ich so schreiben könnte wie er, würde ich nichts anderes mehr machen…. ;o) Ich mag Frau Schwarzer ja überhaupt nicht. Liegt vor allem daran, dass ich Feministinnen, die für die Zeitung mit den 4 Buchstaben als Werbeträger auftreten und auch noch für das „Blut und Tittenblatt“ schreiben, nichts anderes als Heuchelei und Gier unterstellen kann. Sie mag ihre Verdienste um den Feminismus haben aber das ist lange her. Inzwischen ist sie nur noch eine reaktionäre, intolerante Selbstdarstellerin.
„Wir waren arrogant, als wir Papier töten wollten“ – „Am Anfang hatte ich auch das Gefühl, unser Job sei das Töten des Papiers. Aber dann stellte ich fest, dass das einfach nur die Arroganz eines Digital-Unternehmens aus dem Silicon Valley war. Wenn Sie jetzt zu einem Meeting bei Evernote gehen, werden Sie sehen, dass die Hälfte der Teilnehmer Notizen auf Papier macht, weil das ein gutes Gefühl ist.“ Der Chef meines digitalen Lieblingsnotizbuches bestätigt meine Meinung. Digital und Analog können koexistieren bzw. sich sogar sinnvoll ergänzen. Ich weiß jedenfalls nicht, was das für Wenigschreiber sind, die ihre Notizen mit einem Stylus auf Tablets machen. Bei mir klappt das einfach nicht richtig.
Von wegen Rechtschreipkaterstrofe!* –Dr. Hans Brügelmann bestätigt im Interview mit den Nachdenkseiten mein Bauchgefühl. Manchmal könnte man meinen, dass moderne Eltern richtig panisch werden, wenn bei ihrem Kinde keine Lern-, Rechtschreib- oder sonstige Leistungsstörung diagnostiziert wird. Ohne ist man anscheinend kein normales Kind mehr…
lieber franz josef wagner,– Herr Schwenzel schreibt an den Oberschmierfink der Zeitung mit den 4 Buchstaben der wiederum ein wirres Pamphlet an Edward Snowden zusammen gestammelt hat.
Post an Wagner– Und Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf tut es Herrn Schwenzel gleich.
Der 09. November ist ja ein ganz besonders „deutsches“ Datum: An einem 9. November wurde die erste deutsche Republik ausgerufen, an einem 9. November begann mit der Reichskristallnacht der Übergang von der Diskriminierung zur systematischen Verfolgung der deutschen (und später auch europäischen) Juden und 1989 läutete der Mauerfall das Ende der deutsche Teilung ein. Ich war und bin deshalb auch der Meinung, dass der 9. November eigentlich ein nationaler Feiertag bzw. Gedenktag hätte sein müssen. Mit einem 3. Okober kann ich bis heute nichts anfangen….
Eigentlich möchte ich aber nur auf ein interessantes Projekt auf Twitter hinweisen:
Mit diesem Twitteraccount erzählen seit Ende Oktober fünf Historiker die Ereignisse um den 9. November 1939 nach. Ich bin leider erst vor einigen Tagen darauf gestoßen, folge aber seitdem @9Nov38 mit wachsendem Interesse.
Die Projekt stößt natürlich nicht nur auf Wohlwollen, sondern auch auf Kritik. Der hauptsächlich geäußerte Vorwurf ist, dass die Autoren dieses grauenhafte Ereignis damit banalisieren und Tweets mit ihren 140 Zeichen dem Abgrund dieser Nacht nicht gerecht werde können. Ich bin – allerdings auch erst nach einigem Grübeln – nicht dieser Meinung und habe mich der Ansicht der Autoren angeschlossen, die man auf der dazugehörigen Website nachlesen kann: “Dazwischen noch etwas Pogrom”? Zur Kritik an der Form.
Ich finde das Projekt jedenfalls spannend, informativ und interessant, was vielleicht auch ein bisschen daran liegt, das mich diese tausend Jahre unserer Geschichte schon immer intensiv beschäftigen und ich auch meine Facharbeit fürs Abitur über die Reichskristallnacht geschrieben habe.
Nach Abschluss des Projektes wollen die Autoren auf der dazugehörigen Website auch noch eine Datenbank veröffentlichen, in welcher die Inhalte aller Tweets anhand von Literaturangaben belegt werden.
„One more cup of coffee for the road One more cup of coffee ‚fore I go. To the valley below.“ (Bob Dylan, One More Cup Of Coffee)
Ich bin bekennender Liebhaber des braunen Goldes. Das bin ich bekanntermaßen so sehr, dass man mich, wenn ich mit Familie oder Freuden unterwegs bin, spätestens nach zwei Stunden besorgt fragt: „Sollen wir schnell einen Kaffee trinken gehen oder hältst du noch durch?“ Alleine während der Entstehung dieses Beitrages habe ich zwei Becher Americano ((Ein Americano ist ein Espresso – bei mir ein doppelter – der, nach der Zubereitung, noch mit heißem Wasser aufgegossen wird. Wer mehr wissen möchte: Wikipedia macht schlau!)) genossen. Update: Beim Korrekturlesen kam jetzt noch ein Becher Filterkaffee dazu.
Aus diesem Grund bin ich natürlich auch auch Liebhaber der italienischen und österreichischen Kaffeekultur. Trotzdem ist meine präferierte Zubereitungsart der braunen Bohnen der ganz ordinäre deutsche Filterkaffee! Nichts bereitet mir soviel Wohlbehagen, wie ein Becher Kaffee, welcher durch einen Papierfilter geflossen ist – nach Möglichkeit bitte sorgfältig zubereitet und natürlich mit der Hand gefiltert. Diese Leidenschaft stößt in meiner Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato trinkenden Umgebung auf reichlich Unverständnis. Ich habe zwar auch meine Cappuccino & Co. Phasen, aber ich kehre immer wieder reumütig zum Filterkaffee zurück. In meinem Büro steht ein hochwertiger Espresso-Vollautomat, der sich viel zu oft über mangelnde Zuwendung beklagt, während neben ihm die Kaffeemaschine Höchstleistungen abliefern muss ((Im Büro fehlen mir Zeit und Geduld zum Handfiltern)).
Woher kommt jetzt diese Liebe zum Filterkaffee? Viereinhalb einfache Gründe:
Grund Nr. 1: Filterkaffee schmeckt einfach lecker! Natürlich nur, wenn er sorgfältig und mit hochwertigen Kaffee zubereitet wurde. Ein gefilterter Kaffee hat ein ganz anderes Aroma und einen „sanfteren“ Geschmack als die Spezialitäten italienischer Zubereitungsart. Und dann sollte man das Kaffeepulver auch bitte nicht im Supermarkt oder diesen Kaffeekonzernen käuflich erwerben. Dafür sucht man sich nach Möglichkeit spezialisierte Fachhändler (da gibts inzwischen auch ein paar tolle Versender im Netz!), die eine Ahnung von wirklich guten Kaffee haben oder sogar noch selber rösten (ist ja zur Zeit glücklicherweise mal wieder schwer in Mode) und lässt sich dort beraten, welche Bohne einen besonders guten Filterkaffee hervorruft.
Grund Nr. 2a: Ich schlürfe Kaffee gerne genüsslich aus großen Bechern! Ich bin zwar inzwischen reichlich coffeinresistent, aber wenn ich meine tägliche Bechermenge in Form von Espressi trinken würde, hätte ich abends bestimmt einen Schlaganfall! Und jetzt komme mir bitte niemand damit, dass man mit diesen Vollautomaten ja auch einen Becher Kaffee zubereiten könne. Dieser — meist hochtrabend Café Creme geschimpfte — Kaffee ist nichts weiter als ein Espresso, der mit viel zuviel Wasser verdünnt wurde und genauso schmeckt! Das ist keine Alternative!
Grund Nr. 2b: Ich mag meinen Kaffee heiß wie die Hölle, süß wie die Liebe und schwarz wie die Nacht. Somit fallen sämtliche Kaffeespezialitäten, die mit Milch zubereitet werden, etwas aus dem Raster. Natürlich bin ich auch für einen Espresso Macchiato ((Doppelschmatz!)), einen Cappuccino oder eine Latte Macchiato zu haben, aber meine wahre Leidenschaft gilt dem schwarzen Kaffee. Ein zum Kaffee aufgeblasener Espresso? Siehe Punkt 2a (es sei denn, es ist ein Americano)
Grund Nr. 3: Nostalgie! Ich bin mit Filterkaffee aufgewachsen. Meine Kaffeeprägung fand in einer Zeit statt, in welcher Cappuccino noch ein exotisches Urlaubsgetränk war und man eine Latte Macchiato für eine abartige Sexualpraktik gehalten hat. Wenn man damals mal einen Cappuccino auf der Karte eines Cafés entdeckte, dann konnte man fast 100%-ig sicher sein, einen starken Kaffee (nicht mal einen Espresso!) mit Sahnehäubchen zu bekommen. Dezente Hinweise, das sei ja wohl kein Cappuccino, sondern höchstens das was der Österreicher einen großen Braunen mit Schlagobers nennt, führten fast immer nur zu gereizten Diskussionen oder dem sofortigen Liebesentzug durch die Bedienung. Aus diesem Grund hat Filterkaffee für mich ein recht intensives Erinnerungspotential. Beispielsweise hat mich ein Schulkamerad intensiver mit der Musik von Bob Dylan bekannt gemacht. Immer leicht schlapp drauf wegen eines extrem niedrigen Blutdrucks, trank dieser Freund täglich immense Mengen Kaffee. Wir haben uns damals also das Coffein kannenweise zugeführt, während wir jede Textzeile von „Blood on the Tracks“ analysierten und diskutierten. Ich bekomme bei diesem Album auch heute noch sofort das Bedürfnis, eine Kanne Kaffee aufzusetzen. Aus dieser Zeit stammt übrigens auch meine heftige Abneigung gegen Jasmintee, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.
Grund Nr. 4: Die Deutschen können’s einfach nicht. Wirklich nicht! Die Wahrscheinlichkeit in einem deutschen Café einen genießbaren Cappuccino zu bekommen, ist bedauerlicherweise kaum vorhanden. Liebe Betreiber deutscher Kaffeeschänken: Ein Cappuccino ist kein Milchkaffee! Er besteht, wenn er richtig gemacht wird, aus 1/3 Espresso, 1/3 Milch und 1/3 Milchschaum. Aber was serviert ihr einem? Einen Espresso mit so viel Milch und Schaum, dass man den Kaffee darin nur erahnen kann! Ein guter Cappuccino schmeckt trotz Milch immer noch intensiv nach Espresso! Verstanden? Und wenn wir schon dabei sind: Könnt ihr mir bitte mal erklären, was ein „großer Cappuccino“ eigentlich sein soll? Ein „großer Cappuccino“ ist ein Milchkaffe oder bei nicht ganz so kritischer Betrachtung vielleicht gerade noch eine Latte Macchiato! Verstanden? In meiner geliebten Heimatstadt gibt es jedenfalls genau zwei Lokalitäten (mit Wohlwollen sind es auch drei), in welchen man italienische Kaffeespezialitäten so kredenzt bekommt, wie sie eigentlich gedacht sind. Da bleib ich dann wirklich lieber beim Filterkaffee oder gehe zu Starbucks!
Und deswegen bin ich ein Fan von „ordinärem“ Filterkaffee. Ganz einfach!
Update 12.03.2014:Wie ich in diesem Internet gerade lesen durfte, hat Filterkaffee außerdem noch von allen Zubereitungsvarianten die beste Ökobilanz. Wobei einem das nach ca. 15 Sekunden Nachdenken soundso klar sein müsste. Aber so vom Forschungsinstitut bestätigt, hat es halt noch mehr Gewicht….