Wie die Woche so war: 02/2017

Eine ruhige Woche in der nur wenig Berichtenswertes passiert ist. Obwohl ich Freitagmorgen um 6 Uhr, umtost von Sturmtief Egon, im Schlafanzug schlotternd auf der Terrasse Möbel und Blumen retten musste während das Frauchen noch sanft schlummern durfte. Darüber hinaus ist aber nichts weiter großartig Dramatisches passiert.


Die Woche war angefüllt mit ein bisschen Sport in der Mukkibude, da ich wegen Plantarfasziitis im Januar erst einmal eine Laufpause einlege. Ich kann mich jetzt also der unter Läufern ja soooo geliebten Rumpfstabilisierung hingeben. Ich habe mir in der Mukkibude meines Vertrauens darum wieder mal einen neuen Plan machen lassen und da der Trainer an dem Abend glücklicherweise auch einer für funktionelle Sportrehabilitation ist, konnte ich ihm auch gleich mein Sehnenleid klagen.

Ergebnis: Ein auf Läufer abgestimmter Plan mit ein bisschen Krafttraining drin und die Anweisung meine Füße, Waden und Oberschenkel täglich mit unterschiedlichen Folterwerkzeugen aus dem Hause Blackroll zu traktieren. Ächz!


Im Job war es auch noch recht ruhig, wobei man merkt, dass die Feiertagsruhe, die ja oft noch in die ersten zwei Wochen des neuen Jahres hineinwirkt, jetzt wirklich verschwindet und wie man hier sehen kann, ist nun endlich auch der letzte Rest des Christkindlesmarktes vor der Bürotür verschwunden. Ich hoffe, dass der ältere Herr, der Vormittags vor unserer Bürotür immer Brezen (die guten von Kolb) verkauft, langsam wieder auftaucht. Es handelt sich hierbei um einen sehr netten Rentner, der sich damit anscheinend seine kargen Ruhestandsbezüge aufbessert und jeden Stammkunden lautstark mit „Aaaaah! Guten Morgen mein Freund/Freundin“ begrüßt. Ich habe ihn in der Woche vor Weihnachten das letzte Mal gesehen. Ich hab angenommen, dass er während des Christkindklesmarktes dort nicht stehen darf und die Gelegenheit für einen Weihnachtsurlaub nutzt. Aber jetzt sind es bereits fünf Wochen, dass ich meine letzte Brezel bei ihm kaufen konnte und langsam fange ich an, mir Sorgen zu machen. Ich hoffe, er ist nicht krank oder gar Schlimmeres…. :o(


Was mich gesellschaftspolitisch in der zweiten Woche bewegt hat, war die Causa Tichy. Herr Roland Tichy, der mir schon in seiner Zeit als Wirtschaftsjournalist als strammer Neoliberaler sehr unangenehm aufgefallen ist, betreibt seit einiger Zeit das scharf rechte Online Magazin „Tichys Einblick“. Ich verlinke hier bewusst nicht, da ich das Teil schon sehr stark am Rande der Hetze empfinde. Außerdem ist Herr Tichy islamophob. Und Herr Tichy war für das Business-Netzwerk XING tätig.

Was ist nur passiert: Herr Tichy und Xing sahen sich mit einer heftigen Protestwelle konfrontiert, nachdem auf Tichys Einblick der Beitrag eines Gastautoren veröffentlicht wurde, der „grün-linke Gutmenschen“ als „geistig-psychisch krank“ ferndiagnostizierte. Diese Protestwelle wurde von Mathias Richel ausgelöst, der ankündigte wegen dieses Beitrages seinen Account bei XING löschen zu wollen.

Herr Tichy hat seinen Job bei XING jetzt aufgegeben und sieht sich als Opfer eine Kampagne. Was mich da dann immer wundert, warum werden Rechtskonservative eigentlich immer so weinerlich, wenn sie mal ihre eigene Medizin zu schmecken bekommen?

Nun haben sich einige (auch mir politisch nahestehende) Netzmenschen dahingegen geäußert, dass man sowas nicht machen könne/solle. Dass es unfair sei, wegen einer unliebsamen politischen Einstellung wirtschaftlichen Druck auf den Arbeitgeber ausüben zu wollen.

Das mag auf den ersten Blick auch vernünftig klingen, allerdings bin ich trotzdem nicht dieser Meinung.Es handelt sich hier nicht um einen beliebigen Angestellten, der halt übellaunig AfD wählt. Es handelt sich um einen deutschlandweit bekannten Wirtschaftsjournalisten, der über sein Online-Magazin politischen Einfluss ausüben will. Und mit Herrn Tichy’s Einstellungen war ich schon uneins, bevor er der Herausgeber einer islamophoben, rechtskonservativen Online-Plattform wurde. Herr Tichy demonstriert damit seine Einstellungen dermaßen intensiv in der Öffentlichkeit, dass man auch nicht mehr argumentieren kann, das sei seine Privatsache. Ein Unternehmen, welches diesen Menschen beschäftigt und dessen Äußerungen toleriert, muss deshalb auch in Kauf nehmen, dass ich seine Dienstleistungen nicht mehr in Anspruch nehmen möchte. Denn ich möchte kein Unternehmen finanzieren, welches derartige Einstellungen duldet. Dieses Recht sei mir bitte gegönnt.

Und damit es hier nicht zu Missverständnissen kommt: Sollte es wirklich Morddrohungen gegen Hern Tichy gegeben haben, dann ist das natürlich ein NoGo, welches selbstverständlich die ganze Aktion wieder böse diskreditiert! Man kann wegen Herrn Tichy seinen XING-Account kündigen und man kann das offen tun und andere auch dazu aufrufen. Aber rumhetzen und Morddrohungen verschicken, das geht gar nicht!

Das wollte ich alles mal festgestellt haben. Und ich habe meinen Xing-Acount noch – ob er Premium bleibt, überlege ich gerade noch.

Allerdings hatte die Causa Tichy eine andere konkrete Konsequenz: Ich lese Don Alphonsos „Stützen der  Gesellschaft“ nicht mehr. Ich war nicht immer einer Meinung mit Don Alphonso, aber ich fand seine Beiträge und auch Argumente immer sehr lesenswert und für genussvolles Lesen formuliert.

Aber anscheinend geht in Menschen, die zu oft um den Tegernsee radeln, eine seltsame Wandlung vor. Dass er sich seit längerem schon an jeder Feministin abarbeiten musste, die seinen Weg virtuell kreuzte, konnte ich noch einigermaßen tolerieren (aber meist nur mit Zähneknirschen). Als er jedoch anfing, den Berliner Staatsekretär Andrej Holm wegen seiner kurzen Stasimitgliedschaft als 18-jähriger zum Nachfolger Mielkes aufzubauen, war ich schon an der Grenze der Belastbarkeit angekommen. Mein Gott, wenn ich anfange, darüber nachzudenken, was ich zwischen 16 und 18 Jahren so an Jugendsünden auf dem Kerbholz habe…. Es mag sein, das der Rücktritt von Herr Holm richtig und unvermeidbar war. Aber ihn zum bluttriefenden Anhänger Stalins zu stilisieren, war echt albern!

Und jetzt hat Don Alphonso auch noch den Fall Tichy zu einer geplanten Verschwörungskampagne der SPD hochstilisiert, weil die Agentur, bei der Mathias Richel arbeitet, der SPD nahe steht. Und das hat für mich jetzt echt dann Chemtrailniveau. Und sowas will ich nicht lesen. Echt nicht!

Ich möchte übrigens darum bitten, die vielen Nichtverlinkungen in den voran gegangenen Absätzen zu entschuldigen. Aber es gibt Sachen, auf die möchte ich einfach nicht verlinken. Wer mehr wissen will: Google macht dich schlauer….


Und wenn wir schon so politisch dabei sind, möchte ich außerdem auf einen neuen Podcast verweisen, den ich seit kurzem abonniert habe: In der Lage der Nation lassen Philip Banse (Journalist) und Ulf Buermeyer (Richter) die Woche politisch Revue passieren und kommentieren die Lage der Nation.
Prädikat: Absolut hörenswert!


Und abschließend muss ich noch erwähnen, dass sich am Samstag viele fleißige Helferleins des Kosbacher Stadl e.V. (Ich weiß, ich weiß, die Website…. Schon arg letztes Jahrtausend….) in der Kitzmann Brauschänke getroffen haben, einen schönen Abend verbrachten und ich dort ein so granatenmäßig leckeres Braumeisterschnitzel gegessen habe, dass mir jetzt noch das Wasser im Munde zusammen läuft!!11einself!!!
Prädikat: Absolut futternswert!

(Braumeisterschnitzel: Gefülltes Schweineschnitzel mit Bergkäse und Bauernschinken in Brezelpanade dazu Bratkartoffeln)


Und im Zweitblog habe ich noch kurz über den Silvesterlauf Nürnberg geschrieben.


Und das war es jetzt auch! Ich wünsche eine schöne dritte Kalenderwoche!

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