Hörtipps mit Patina: The War Of The Worlds

Vinyl The War of The WorldsWie in diesem Notizbuch bereits mehrmals erwähnt, bin ich musikalisch in den späten 70ern geprägt worden. Das erkennt man vor allem daran, dass  das Erst-Erscheinungsdatum gut der Hälfte der Tonträger in meiner mittlerweile recht umfangreichen Musiksammlung irgendwann zwischen 1965 und 1979 angesiedelt ist… Dabei ist es auch ziemlich egal, um welche Stilrichtung es sich handelt, ich verfahre musikalisch nach dem Motto „Alt ist (meistens) besser!“. Ich bin also nicht unbedingt einer Meinung mit Barney Stinson. Man sieht, ich mag meine Mukke also gerne etwas abgehangen.

Ab und an wühle ich musikalische Kostbarkeiten aus meinem Fundus, die ich selber schon seit Ewigkeiten nicht mehr gehört habe. Der Vorteil, den diese verschüttet geglaubte „Perlen“ mit sich bringen: Ich fühle mich beim Wiederanhören fast immer emotional in die Zeit versetzt, in welcher ich das Album das erste Mal gehört habe. Ich mache damit sozusagen eine kleine musikalische Zeitreise in meine jüngeren Tage.

Vor ein paar Tagen ist mir das wieder einmal passiert. Ich bin zufälligerweise bei Youtube über ein paar Clips aus den Liveaufführungen von „The War of the Worlds“ ((Leider meistens nur Trailer oder Handy-Konzertmitschnitte, die interessanten Clips sind… und nun ratet mal. Richtig! ;o) )) gestolpert und hab mir dabei gedacht: „Ach, das könntest du dir doch auch mal wieder anhören.“ Gedacht! Getan! CD heraus gekramt, schnell digitalisiert (wieso liegt das eigentlich noch nicht in iTunes?) und seitdem läuft das Teil in „heavy rotation“ auf allen meinen Playern.

Ich bin mir natürlich bewusst, dass mein Musikgeschmack ein recht anachronistischer ist, aber das ist bei „alten Säcken“ halt so! Und es wird mit Sicherheit auch bei den meisten „alten Säcken“ der Zukunft so sein. Mir kam vielleicht gerade deshalb die zündende Idee, in diesem meinem Blog Alben aus meiner Sammlung vorzustellen, welche

(1) schon ein bisschen Patina angesetzt und mich
(2) begeistert, bewegt oder sonstwie berührt haben.

In loser Reihenfolge natürlich, je nachdem, wie sie in meinen Wiedergabelisten auftauchen. Immerhin soll es in diesem Blog auch schwerpunktmäßig um Musik gehen und nicht nur um Vorratsdatenspeicherungen oder blöde Politiker. Weil das oben genannte Meisterwerk der Auslöser dafür war, fange ich auch damit an:

Jeff Wayne’s Musical Version of  The War Of The Worlds

The War of The Worlds

… and yet, across the gulf of space, minds, immeasurable superior to us, regarded the earth with envies eyes and slowly and surely they drew their plans against us.
(Richard Burton in „The War of  the Worlds“)

Auch wenn im Titel von einem Musical die Rede ist, würde ich das Ganze eher „Konzeptalbum“ nennen. Es wird natürlich viel gesungen, aber nicht in der dialogorientierten Form des für Musical typischen Musiktheaters. Darüber hinaus sind auch längere Instrumentalpassagen enthalten, die den Kampf der Menschen gegen die Marsianer darstellen. Die Handlung basiert auf H.G. Wells berühmten Roman „Der Krieg der Welten“ und ist schnell erzählt: Marsianer greifen die Erde an, metzeln alles nieder und haben fast die Menschheit vernichtet, als sie letztendlich von den unscheinbarsten, kleinsten Lebewesen der Erde besiegt werden – Bakterien.

Der Handlungsablauf wird von Richard Burton als Erzähler in der Figur des Journalisten George Herbert präsentiert. Seine Figur verbindet die einzelnen Songs miteinander und treibt die Handlung voran. Der Erzähler ist als Sprechrolle angelegt, Richard Burton muss also nicht singen. Die Songs wiederum stellen Höhepunkte der Handlung dar.

Jeff Wayne ist es gelungen, damals durchaus prominente Musiker und Sänger als Mitstreiter zu gewinnen. Unter anderem Justin Hayward (Moody Blues),  Phil Lynott (Bassist und Leadsäger von Thin Lizzy) oder Julie Covington, welche auch die Titelrolle im Musical Evita von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice sang. ((Allerdings nur auf dem Studioalbum, nicht bei der Bühnenversion. Julie Covington konnte sich politisch nicht mit Evita Perón anfreunden.)). Liebhabern von „70er Jahre Rock“ wird vor allem Chris Thompson als „The Voice of Humanity“ etwas sagen, schließlich war er die Stimme der Manfred Man’s Earth Band, als diese ihre größten Hits hatten

Musikalisch kann man  The War Of  The Worlds am ehesten dem in den 70er Jahren sehr populären „Progressive Rock“ zuordnen Demzufolge finden sich viele Elemente der Klassik darin, teilweise klingen die Songs wie mit einem Orchester aufgenommen. Erschienen ist The War Of The Worlds damals als Doppelalbum, deshalb ist die Handlung in zwei Teile (für jede Langspielplatte ein Teil) gegliedert: „The Coming of the Martians“ und „The Earth Under the Martians“.

Fast zeitgleich mit der Originaversion kamen 1987 auch zwei spanische Aufnahmen, eine davon mit Anthony Quinn als The Journalist, auf den Markt. 1980 folgte auch eine deutsche Version, in welcher Curd Jürgens die Rolle des Sprechers übernahm. Allerdings wurden in den nichtenglischen Aufnahmen nur die gesprochenen Teile übersetzt, die Songs blieben im englischen Original.

Bis das Werk auf die Bühne kam, sollte es allerdings noch lange dauern. Erst 2006 wurde es zum ersten Mal live aufgeführt. 2012 veröffentlichte Jeff Wayne eine neue Aufnahme als „Jeff Wayne’s Musical Version Of The War of The Worlds – New Generation“, welche komplett überarbeitet und musikalisch modernisiert wurde. Mit dieser Aufnahme läuft auch gerade eine aktuelle Tour. Darin übernahm Liam Neeson die Rolle des Sprechers. Ich muss allerdings gestehen, dass mir die Originalversion erheblich besser gefällt. Die „New Generation“ klingt mir etwas zu glatt und zu perfekt.

Meine persönliche Bewertung:  4 von 5 Sternen!

Credits: The War of the Worlds (30th Anniversary Edition) ((Amazon-Partnerlink))

Produktion: Jeff Wayne
Erscheinungsdatum: 1978
Mitwirkende:

  • Richard Burton (George Herbert, the Journalist)
  • David Essex (The Artilleryman)
  • Phil Lynott (Parson Nathaniel)
  • Julie Covington (Beth)
  • Justin Hayward (The Sung Thoughts of The Journalist)
  • Chris Thompson (The Voice of Humanity)
  • Jerry Wayne (NASA Voice)
  • Paul Vigrass, Gary Osborne, Billy Lawrie (Hintergrundgesang)

Musiker:

  • Keyyboards: Ken Freeman, Jeff Wayne
  • Chris Spedding: Gitarre
  • Jo Partridge: Gitarre (The Heat Ray), Mandoline
  • George Fenton: Zantur, Zither, Tar
  • Herbie Flowers: Bass Guitar
  • Barry Morgan: Schlagzeug
  • Barry da Souza, Roy Jones, Ray Cooper: Perkussion

Hörproben zum Schluss
(die einzig vernünftigen Aufnahmen, die ich auf Youtube finden konnte. Das meiste ist leider gesperrt, weil „Verlagsrechte, blabblabla, Gema, blablabla“)

The Spirit of Man.

Und zum Vergleich dazu die deutsche Version der gleichen Stelle

Fröhlichen Menschenrechtstag…

… zumindest all denen, die das Glück und Privileg haben, in Ländern oder Regionen zu leben, in denen diese (wenigstens halbwegs) respektiert werden.

Heute ist nämlich Tag der Menschenrechte! Und auch noch ein besonderer, denn die UN-Menschenrechtscharta wird 65 Jahre alt! Und aus diesem Grund gibt es hier ein kleines Erklärbärvideo:

 

Und wer vielleicht mal nachlesen möchte, was diese Menschenrechte eigentlich konkret sind, kann das hier tun.

 

Wetter! Wetter! Wetter!

Ich klicke morgens nach dem Aufstehen als erstes immer die Glotze mit dem Morgenmagazin der Öffentlich-Rechtlichen an.

Das mache ich jetzt bestimmt seit über 15 Jahren so. Das hat den einfachen Grund, dass ich die morgendlichen „Formate“ der Radiosender nicht ertrage und mir um 6 Uhr die „Guten Morgen, wir sind ja alle sooo gut drauf und jetzt kommt ein Hit aus den 80ern, 90ern oder sonstwoher“ Moderatoren Brechreiz verursachen.

Brechreiz aber ist etwas, auf das ich direkt nach dem Aufstehen ohne Probleme verzichten kann und das seit meinem 30 Lebensjahr nicht einmal mehr am Neujahrsmorgen vorkommt. Deshalb lieber fast-seriöses, öffentlich-rechtliches Programm als Hintergrundbeschallung, während ich Tee koche, auf dem Balkon eine rauchen gehe und mich dabei auf Twitter durch Nacht- und Morgentweets wühle.

Heute morgen habe ich aber nach einer Stunde Morgenmagazin ernsthaft damit geliebäugelt, den Fernseher auszumachen und das Radio mit „Antenne irgendwas“ einzuschalten. Der heutige Programmablauf lässt sich nämlich folgendermaßen zusammen fassen:

Xaver! Xaver! Müssen wir jetzt alle sterben? Hoppla, Nelson Mandela ist ja schon gestorben! Xaver! Irgendwas mit Sport! Nachrichten mit Xaver, Springflut-Bildern oder was Reporter dafür halten und Nelson Mandela! Wetterbericht live aus irgendeinem Sturmtiefzentrum! Und weiter geht es mit Xaver! Orkan! Springflut! Xaver! Hurra wir leben noch aber Nelson Mandela ist leider tot! Live Reportage aus irgendeinem Sturmtiefzentrum! Live-Reportage von einem bedauerlicherweise nicht gebrochenen Deich! Und weiter geht es mit mit Xaver!

Wenn es nicht so makaber wäre, hätte man über Nelson Mandelas Tod eigentlich glücklich sein müssen. Das ersparte einem nämlich mindestens eine weitere Live-Schaltung, in welcher ein Reporter irgendwo in Norddeutschland am Meer steht und in Regen und Kälte zum fünften Mal mitteilen muss, dass es eigentlich gar nicht so schlimm gekommen aber trotzdem irgendwie doch schlimm ist mit diesem Orkan. Ihr wisst schon, das 5 Minuten „Wichtig-Gefasel“ von Journalisten, die nur wissen, dass sie nichts wissen, weil eigentlich nichts Dramatisches passiert ist.

Na gut, ich sitze bequem in Süddeutschland und rede mir leicht. Bei uns war der Sturm nur ein bisschen heftiges Wehen mit 2 Millimeter Neuschnee. Halt! Es ist doch was passiert! BREAKING NEWS: Die Europalette neben meinem Carport ist umgefallen!

Ich habe mich dann schnell in die Nasszelle verzogen und das Frauchen bei ihrer Morgengymnastik mit den aktuellen Orkan-Berichterstattungen alleine gelassen.

Da ich heute Mittag einen Termin im „Draußen“ hatte, habe ich dann noch das gemacht, was ich im Winter immer mache: Ich habe mich warm angezogen. Das reicht nämlich in Süddeutschland völlig aus, um diese brutalen, grimmigen und mörderischen Winter ohne große Blessuren zu überstehen.

Online-Medien hab ich mir heute geschenkt! Klickstrecken mit verwackelten Sturmbildern hätten mir wahrscheinlich den Rest gegeben. Und wie ich gerade eben beim Kietzneurotiker lesen konnte, war das wohl eine weise Entscheidung.

Weil ich jetzt beim Schreiben irgendwie vergessen habe, worauf ich eigentlich hinaus wollte, abschließend nur eine kurze Frage: Wann hat das mit dieser Wetterhysterie eigentlich angefangen? Seit wann ist Wetter so ein unglaubliches Ereignis? Ich kann mich nämlich noch dumpf an Zeiten erinnern, in denen man das Wetter der jeweiligen Jahreszeiten als etwas gegebenes und völlig normales wahrgenommen hat und Wetterberichte sich auf 45 Minuten Sekunden am Ende der Tagesschau beschränkten. Und wenn über schlimmes Wetter berichtet wurde, dann war das wirklich schlimmes Wetter! Aber irgendwas ist seitdem passiert. Nur was?

Warum ich das blogge? Weil mich dieser Medien-Bohei nervt! Und ich an die Fabel von dem Jungen der immer Wolf schrie denken muss. Was machen die eigentlich, wenn es mal richtig schlimm wird? Und ich habe Angst, dass die Prognosen der Klimaforscher eintreffen und wir uns dann auf 24/7 -Berichterstattungen übers Wetter einstellen müssen.

 

Muss dieses Kätzchen wirklich sterben?

Vorratsdatenspeicherung KatzeWer mich offline oder auch nur online kennt, weiß es: Ich bin ein großer Verfechter von Bürger- und Freiheitsrechten sowie der informellen Selbstbestimmung. Staatliche Überwachung ist mir in jeder Form ein Gräuel und wird von mir im Rahmen meiner Möglichkeiten so gut bekämpft, wie es mir möglich ist.

Aus diesem Grund habe ich mich auch 2007 an der Sammelklage gegen den ersten Versuch der Einführung einer Vorratsdatenspeicherung beteiligt. Und aus diesem Grund werde ich mich auch jetzt wieder gegen die im Koalitionsvertrag der GroKo beschlossene Wiedereinführung einer Vorratsdatenspeicherung stemmen! Ob’s was bringen wird? Ich weiß es nicht! Aber sich nicht zu engagieren, wird das anlasslose und verdachtsunabhängige Speichern aller unserer Verbindungsdaten auch nicht verhindern….

Ohne totale Überwachung müssen wir alle sterben!
Die zukünftigen Koalitionäre sind sich ihrer Sache jedoch selber nicht ganz sicher. Das kann man daran erkennen, dass versucht wird, die VDS mit immer perfideren Argumentationsketten zu rechtfertigen. So manche Politiker lügen sogar dafür (oder haben einfach keine Ahnung von der Materie). Letzten Endes läuft die Argumentation unserer überwachungsfanatischen Innenpolitiker jedoch immer auf das gleiche Muster hinaus: Wenn kein Anschlag passiert, liegt es an der Überwachung. Wenn ein Anschlag passiert, liegt es an mangelnder Überwachung. Wenn ein Anschlag aufgeklärt wird, liegt es an der Überwachung.

Das Fazit folgt immer unverzüglich: Nur die totale Überwachung könne deshalb das Supergrundrecht der Sicherheit garantieren. Dass die Grundrechte unserer Verfassung größtenteils Abwehrrechte gegen den Staat sind und sich ein Grundrecht auf „Sicherheit“ deshalb aus gutem Grund in unserer Verfassung nicht finden lässt, wird gerne ignoriert. Die Überwachungslobby nutzt jedes noch so hirnrissige Argument und jeden unlauteren Trick, um die Bürger dieses Staates davon zu überzeugen, dass unsere Sicherheit erst dann gewährleistet ist, wenn auch der letzte Winkel unseres Lebens ausgeleuchtet, kontrolliert und überwacht ist.

Interessanterweise gibt es aber ein anderes Grundrecht, das ebenfalls nicht in der Verfassung gelistet ist. Dieses Grundrecht wurde durch das Bundesverfassungsgericht von dem einzigen Supergrundrecht abgeleitet, das unsere Verfassung kennt, nämlich der Menschenwürde ((Die Menschenwürde ist unantastbar und somit in keiner Weise einschränkbar)). Und jetzt ratet mal was das für ein Grundrecht ist, das sich zwar nicht explizit in der Verfassung findet, aber von unseren höchsten Richtern 20o8 definiert wurde: Das „Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme„. Dieses Grundrecht besagt ganz einfach, dass ich mich als Bürger darauf verlassen können muss, dass mich der Staat nicht über meine IT-Geräte überwacht. Es ist zwar einschränkbar, aber nur unter strengen Auflagen und nur bei einer konkreten Gefahr für ein überragend wichtiges Rechtsgut ((Leib, Leben und Freiheit der Person, Sicherheit des Staates, Grundlagen der menschlichen Existenz)). Und damit kommen wir jetzt zu dem eigentlich Anlass für diesen Beitrag hier:

Richard Gutjahr zeigt in einem  sauber recherchierten Artikel nämlich deutlich auf, dass die bisher möglichen Überwachungsmaßnahmen, entgegen allen Lippenbekenntnissen der Überwachungslobby, größtenteils nicht für den Kampf gegen Terrorismus oder gar Kinderpornografie eingesetzt werden. Sondern für „Bagatelldelikte“, zumindest im Rahmen des oben genannten Grundrechts! Und dass das Argument, die Überwachungsmaßnahmen würden unter Richtervorbehalt stehen, ebenfalls nur eine Schönwettererklärung ist! Den Artikel findet ihr auf seinem BlogBitte lesen!

Richard Gutjahr hat mir damit aber nicht nur die Überschrift für diesen Beitrag, sondern auch diese wunderschönen Motive geliefert! Und er hat uns allen erlaubt, die Motive zu verteilen und verbreiten!

Bekenntnisse zum Datenschutz nur politische Heuchelei
Es ist doch offensichtlich: Trotz Lippenbekenntnisse unserer Politiker zum Datenschutz und täglich neuer Enthüllungen über die NSA-Schnüffeleien durch Edward Snowden, ist das primäre Ziel unserer aktuellen und auch zukünftigen Regierung die umfassende Überwachung der Bürger in diesem Land. Seit zwei Jahrzehnten sind wir immer noch damit beschäftigt, die Methoden der Stasi aufzuarbeiten und die „armen Bürger der DDR“ zu bedauern, während unsere Regierung schleichend ein Überwachungsnetz über uns ausbreitet, welches der feuchte Traum eines jeden MfS-Mitarbeiters gewesen wäre. Bedauerlicherweise ist das Thema in diesem unserem Lande immer noch ein Nebenkriegsschauplatz, der von einem großen Teil der Bevölkerung nicht wahrgenommen oder einfach ignoriert wird. Und ich befürchte, das wird sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern.

Ich habe doch nichts zu verbergen…
…warum sollte ich mir also einen Kopf darüber machen? Das ist ein oft gehörtes Argument und leider auch ein ziemlich dummes. Abgesehen davon, dass ich persönlich nicht in einem Land leben möchte, in dem die politische Elite jeden Bürger für einen potentiellen Verbrecher hält, gibt es da auch noch den sogenannten „Chilling Effekt“.

Überwachung beschränkt unser tägliches Leben
Der Begriff beschreibt die Tatsache, dass Menschen ihr Verhalten bereits in dem Moment ändern, in dem sie sich einer Überwachung bewusst werden. Das mag bei einer der Überwachung der Geschwindigkeitsbegrenzungen auf unseren Straßen noch Sinn machen, im Leben der Menschen hat dieser Effekt fatale Auswirkungen. Wer würde denn heutzutage noch regelmäßig mit seinem völlig harmlosen Freund „Achmed“ telefonieren, wenn er sich bewusst wäre, dass das jedes Mal festgehalten und gespeichert wird? Und das in Zeiten des „weltumfassenden islamistischenTerrors“ (An dieser Stelle möge sich der geneigte Leser bitte ein dramatisch spielendes Orchester vorstellen)! Wer würde denn im Stadtpark, auf dem nächtlichen Heimweg von der Stammkneipe, sein dringendes Bedürfnis im Gebüsch erledigen, wenn er weiß, dass der Park komplett videoüberwacht wird? Und wer würde sich etwa gar noch trauen, sich im Netz Pornografie anzusehen, wenn er sich bewusst sein muss, dass das jedes Mal festgehalten und gespeichert wird? Staatliche Überwachung ist die Einschüchterung des Bürgers durch Kontrolle und somit ein massiver Eingriff in unser persönliches Leben. Denn jeder von uns hat, auf die eine oder andere Art, etwas zu verbergen! Und deshalb gilt es, die Überwachungsphantasien unserer Politiker zu bekämpfen! Und zwar jeden Tag auf’s Neue!