Nein! Sie knickt nicht ein!

Es geht ja seit gestern durch Blogs und Medien, dass die Telekom jetzt vor den #Drosselkomm-Protesten eingeknickt sei: Sie wolle jetzt doch nicht so doll drosseln will, wie ursprünglich geplant.

Das ist meiner Meinung nach allerdings kein “Einknicken”….

… sondern das Werfen von Nebelkerzen! Denn um eines hier noch einmal ganz klar festzuhalten: Bei den Protesten geht es primär überhaupt nicht um die Drosselung in den Tarifen, sondern um die Netzneutralität (warum die Pläne der Telekom ein Angriff  auf die Netzneutralität sind, hatte ich hier schon beschrieben). Aber ich gehe davon aus, dass die Telekom mit dem leichten Zurückrudern darauf hofft, Politik und “Otto-Normalsurfer” zu beruhigen, um endlich Ruhe zu haben. Immerhin hat Sie den Verfechtern der Netzneutralität mit Ihren Drosselplänen ja sogar einen Gefallen getan, weil Sie das sperrige Thema des neutralen Netzes damit überhaupt erst (wenigstens kurzfristig) in den Fokus der (leider noch viel zu kleinen) Öffentlichkeit gerückt hat.

Ich hoffe nur, dass die Taktik nicht aufgehen wird, aber ich habe da so meine Zweifel. Vor allem wenn ich dann so etwas lesen muss:

Telekom-Geschäftsführer Hagspihl forderte die Politik zur Zurückhaltung bei der Regulierung auf: “Ich halte es für besser für das freie Internet, wenn die Unternehmen das alleine regeln.”

Quelle: Irgendeine Zeitung1

<gernothassknecht-modus on>
WIE BITTE? FREIES INTERNET NUR DURCH UNTERNEHMEN? Ihr ******! Seit wann ist es jemals für Vorteil für den Verbraucher gewesen, wenn Unternehmen Marktbedingungen ohne jede (staatliche) Regelung unter sich selbst ausmachen bzw. regeln? Habt ihr sie noch alle im Schrank?
<gernothassknecht-modus off>

Ich habe jedenfalls in meinen Grundkurs Makroökonomie recht schnell lernen dürfen, dass unreglementierte Märkte automatisch zu Oligopolen oder sogar Monopolen führen. Und dass das für den Kunden oder ein “freies Internet” nicht so gut ist, brauche ich ja jetzt wohl nicht ausführlich zu erläutern.

Aber ich fürchte alles Lamentieren und Protestieren wird wohl nichts nutzen, denn wen ich dann lesen muss, dass der Herr “Wirtschaftsminister” erklärt, mit den Ankündigungen zur Abmilderung der Anschlussdrosselung habe die Telekom

“nicht zuletzt aufgrund der Diskussion in Öffentlichkeit und Politik nun wesentliche Details nachgebessert”.

dann erkenne ich, dass er entweder nicht begriffen hat, worum es eigentlich geht, oder es bewusst ignoriert. Ich gehe mal vom Zweiten aus, immerhin ist dieses Internet mit dieser “Kostenloskultur” und diesen ganzen anderen störenden Auswüchsen  wie z.B.  Abgeordnetenwatch unseren Herren Politikern noch nie geheuer gewesen (und da nehme ich auch einen Teil “meiner” grünen Politiker nicht aus!). Hilfe von dieser Seite wird also wohl eher nicht zu erwarten sein.

Aber aufgeben ist trotzdem nicht! Deswegen bitte hier und hier lang (wer’s noch nicht erledigt hat)! Danke! :o)

 
  1. Solange die Qualitätsjournaille bei Ihren im Netz zusammengesammelten Videos, Bildchen und Co. nur Angaben wie “Quelle: Internet” oder “Quelle: Youtube” macht, werde ich das wohl genauso bei Ihnen handhaben…. []
 

48133!

Wow! Stand am 24.05, 9:29 Uhr: 48133 Mitzeichner!

In nur drei Tagen, da sollten die 50.000 doch wohl bis Mittag voll sein, oder?

Wirtschaftspolitik – Verpflichtung der Internetanbieter zur Netzneutralität vom 23.04.2013

Echt jetzt! Und dann hör ich (vielleicht) auch auf zu nerven….

[important]Update: 11:25 Uhr –> 50126!
Na also, geht doch!  Und jetzt ran an die nächsten 50.000![/important]

Wer es immer noch nicht mitbekommen hat, worum es eigentlich genau geht:

20130523-071112.jpg

Da geht noch was….

Die gestern beim Deutschen Bundestag gestartete ePetitionWirtschaftspolitik – Verpflichtung der Internetanbieter zur Netzneutralität vom 23.04.2013 hat in inzwischen mehr als 21.000 Mitzeichner gefunden. Aber da geht sicher noch mehr!

Denn damit der Petitionsasschuss sich auch vernünftig mit der Petition beschäftigen muss, braucht es mindestens 50.000 Mitzeichner und zwar bis zum 18.06.. Es sollte doch mit dem Teufel zugehen, wenn das nicht machbar wäre….

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ePetition für gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität

NetzneutralitätAuch wenn ich bezüglich der Wirksamkeit von ePetitionen inzwischen recht ernüchtert bin, möchte ich trotzdem auf die Petition “Wirtschaftspolitik – Verpflichtung der Internetanbieter zur Netzneutralität vom 23.04.2013” des Studenten Johannes Scheller auf der offiziellen ePetitionsplattform des Deutschen Bundestag hinweisen.  Der Text ist kurz und einfach gehalten:

Der Deutsche Bundestag möge ein Gesetz beschließen, das Internetanbieter (“Provider”) verpflichtet, alle Datenpakete von Nutzern unabhängig von Ihrem Inhalt und Ihrer Herkunft gleich zu behandeln. Insbesondere sollen keine Inhalte, Dienste oder Dienstanbieter durch diese Provider benachteiligt, künstlich verlangsamt oder gar blockiert werden dürfen.

Die Petition sollte man trotzdem unbedingt mitzeichnen (Registrierung erforderlich), es gibt genug wichtige Gründe dafür!