Leseschwäche beim Spiegel?

Können die Herren Qualitätsjournalisten des beliebtesten Boulevardmagazins im Netz etwa nicht richtig lesen? Oder sind sie nur nicht in der Lage, Gelesenes richtig zu verstehen?

Fragen über Fragen, die sich mir gerade stellen! Und zwar weil Spiegel Online behauptet, der Abgeordnete Sven Gigold (Bündnis 90/Die Grünen) wolle den Einzug von Martin Sonneborn (Die PARTEI) ins EU-Paralament verhindern. Als Beweis dient ein Schreiben von Herrn Gigold an den Generalsekretär des EU-Parlaments.

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Wenn man nun den Brief von Sven Gigold mal eben kurz überfliegt, wird einem recht schnell klar, dass es ihm keineswegs darum geht, Sonneborns Einzug ins EU-Parlament zu verhindern, sondern nur um dessen Plan im Laufe der kommenden EU-Legislaturperiode jeden Monat ein neues Partei-Mitglied ins EU-Parlament rotieren zu lassen. Die Absicht hinter Sonneborns Plan ist dabei, 60 Mitgliedern der PARTEI die Ruhestandsbezüge eines EU-Abgeordneten zukommen zu lassen („Wir melken also die EU wie ein kleiner südeuropäischer Staat.“) ((Das kann man jetzt lustig finden oder doof wie Herr Gigold. Ich persönlich finde die Ankündigung durchaus lustig, würde aber die Ausführung dann letztendlich auch doof finden. Aber darum geht es hier jetzt auch gar nicht!)).

Um diesen Plan geht es Sven Gigold also und nicht um Sonneborns Einzug ins EU-Parlament. Und das sollte sich dem halbwegs geübten Leser  beim Überfliegen des Schreibens auch schnell erschließen können! So kompliziert ist das jetzt auch nicht verfasst!

Angesichts der Tatsache, dass Spiegel Online allerdings ausgiebigst aus dem Schreiben zitiert, die Zitate dabei aber gepflegt aus dem Kontext reißt, könnte man direkt zum Schelm werden und Böses dabei denken….

Ich will hier jetzt aber nicht zum Verschwörungstheoretiker werden, und gehe deshalb erst einmal unbedarft davon aus, dass die  Qualitätsjournalisten bei Spiegel Online einfach zu doof sind, Politikerbriefe zu lesen bzw. zu verstehen wahrscheinlich unter Dyslexie ((Probleme mit dem Lesen und Verstehen von Wörtern oder Texten bei normalem Seh- und Hörvermögen. Quelle: Wikipedia)) leiden!

 

Lieblingsgezwitscher Mai 2014

Twitter-Lieblinge

Same procedure as every month!

Aus meinen Mai-Favoriten: Über diese Tweets habe ich im abgelaufenen Monat entweder gekichert oder mich sogar schlapp gelacht oder intensiv nachgedacht oder ich finde sie sonstwie unbedingt mitteilenswert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schon wieder jazzloser Wochenstart

Nachdem letzte Woche keiner gemein zu mir war, halte ich auch mein Versprechen: Statt Jazz noch einmal mein sehr geschätzter Frankenbarde Wolfgang Buck mit einer Ode an des Frankens Lieblingsspeise: „Des vom Schweinebrodn“.

Und wem jetzt nicht das Wasser im Munde zusammen läuft, der weiß nicht was gut schmeckt! :o)

Außerdem ist dieser Wochenstart ein kleiner Gruß an einige meiner Berliner Freunde, die uns dieses Jahr an Pfingsten nicht besuchen dürfen, bloß weil ich keine Zeit und Gwerch habe. :o( Aber den Brodn holen wir nach! Gell? :o)

Wochenstart mal ohne Jazz

Weil ich zur Zeit, wie man bei uns Dahamm so sacht, schwer Heggdig, Sträss und Gwerch hab‘ und des im Momend a ned aufhör’n moch, mal keinen Jazz zum Wochenstart, sondern meinen Lieblingsliedermacher, den empfehlenswerten und hörenswerten Herrn Wolfgang Buck ((Allmächd! Etz hadder sogar scho an Wiggibedia-Eintroch! Etz isser berühmt!))

„Schiggdischiggdi“ ((Übersetzung für Nicht-Franken: „Beeil dich gefälligst!“ oder auch „Mach schneller!“))

Und wenn ihr die Woche nett zu mir seid, gibt’s nächste Woche vielleicht „Des vom Schweinebrodn…“

Krautige Reporter


Krautreporter
Ich bin heute vor lauter Arbeit (soll vorkommen) kaum dazu gekommen ab und an meiner virtuellen Kaffeeküche (genau, Twitter!) einen Besuch abzustatten, aber jedesmal wenn ich kurz an der Tür vorbei gelaufen bin, schallte es mir vielstimmig entgegen: #Krautreporter!

„Krautreporter“ ist ein journalistisches Projekt, das eben angefangen hat um Unterstützung, genauer gesagt um Geld zu buhlen. Und ich finde, dass die Sache so spannend und interessant ist, dass es das Geld und die Unterstützung auch verdient!

Worum gehts? Ganz einfach:

Krautreporter ist ein tägliches Magazin für die Geschichten hinter den Nachrichten. Werbefrei, gemacht für das Internet, gegründet von seinen Lesern.“

Krautreporter from Krautreporter on Vimeo.

Und ich habe es soeben auch mit 60 € unterstützt, denn ich finde, dass das ein interessanter Versuch ist, Online-Journalismus auf die Beine zu stellen, der nicht nur auf Klicks abzielt. Der sich verzweifelt abmüht, mit allen Mitteln hohe Klickraten zu generieren, um wenigstens ein paar „lousy Pennys“ mit Online-Werbung in die Kasse zu spülen.

Ich bin jetzt kein Gegner von Werbung, immerhin verdiene ich meinen Lebensunterhalt damit. Aber was Online-Werbung angeht, habe ich selber permanent Bauchschmerzen. Es ist bisher nicht gelungen, Online-Marketingkonzepte zu entwickeln , die einerseits bei Lesern/Nutzern im Netz auf ein Mindestmaß an Akzeptanz treffen, andererseits aber genug Geld in die Kasse spülen, um einen journalistisch seriösen, inhaltlich hochwertigen und unabhängigen Online-Auftritt zu betreiben. Die Online-Portale unserer etablierten vierten Gewalt überbieten sich damit, immer mehr in den Boulevard abzudriften und mit immer neuen Bannerformen, Pop-Ups, Layern, etc. dem Leser auf die Nerven zu fallen.

Ich will hier jetzt keine Grundlagenanalyse betreiben, vor allem weil mir bisher auch kein konkretes Konzept eingefallen ist ((Sonst wäre ich jetzt wahrscheinlich steinreich!)). Ich bin allerdings der Ansicht, dass die ausgiebigst von unseren Qualitätsjournalisten bejammerte „Kostenloskultur“ so nicht vorhanden ist, wie immer behauptet wird. Ich bin, als unverbesserlicher Optimist, immer noch der Überzeugung, dass interessante, fesselnde journalistische Inhalte sich auch online finanzieren lassen, ohne mit nervenden Werbeformen, sinnlosen Bildgalerien und hyperventilierenden Live-Tickern arbeiten zu müssen.

25 Journalisten machen sich jetzt also hoffnungsvoll auf, meinen Optimismus nicht als völlig weltfremd erscheinen zu lassen und wollen ein hochwertiges und ohne Werbung finanziertes Online-Medium auf die Beine stellen. Und dafür brauchen sie natürlich Unterstützung. Und zwar in Form von Geld. Und sie versuchen es mit Krautfunding Crowdfunding. Und ich bin der Meinung, dass 60 Euro im Jahr, also schlappe 5 € pro Monat, für Nachrichten, die nicht auf Klickzahlen achten müssen und somit unabhängig sind, nicht zu teuer sind.

Und ich hoffe Du/Sie/Ihr seid gleicher Meinung! Also los: Unterstützt das Projekt! Und sichert euch ein Jahr hochwertigen Lesestoff. Nicht dass mein Optimismus noch einen bösen Dämpfer bekommt. Vielen Dank!

Update: Wie das so üblich ist, kommt aus dem Netz jetzt erst einmal einiges an Gegenwind: Zu wenig Frauen (finde ich berechtigt), Herr Knüwer stört sich an der Projektkommunikation, Don Alphonso rantet das Projekt aus Prinzip nieder und der Datenjournalist listet fünf Punkte am Konzept auf, die ihn enttäuschen. Dummerweise muss ich bei letzterem jeden der 5 Punkte zustimmend abnicken, vor allem das „Marketing“, genauer die  Kommunikation, hätte besser laufen können und müssen. Die Nur-Kreditkarte-Bezahlmethode halte ich ebenfalls für problematisch. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass das Projekt ein Erfolg wird und es uns dann alle sehr positiv überrascht! Sollte es nicht funktionieren, dann liegt wenigstens eine schöne Fallstudie vor, aus der man etwas lernen kann…

Update 2: Und jetzt kommen zum Glück auch die ersten Stimmen, die sich den Nörglern entgegenstellen: Ihr deutsch. Ihr doof! und Über die Kraft einer positiven Sogwirkung und wie verfrühte Kritik sie verhindert. Und mein Optimismus ist noch ungebrochen, auch wenn, nach der Anfangseurophie, die Unterstützer im Moment etwas langsam reindröppeln….

Update 3: Und der zukünftige Chefredakteur nimmt bei Lousy Pennies jetzt auch zu ein paar der Fragen/Kritikpunkte Stellung!

Update 4: Stefan Niggemeier, einer der Initiatoren, nimmt ebenfalls Stellung zur Kritik.